Notfallkarte: Patienten­verfügung im Scheckkarten­format

author icon
von Franziska Saß
date icon
14.09.2020 (aktualisiert: 09.02.2021)
Notfallkarte: Patientenverfügung im ScheckkartenformatNotfallkarte: Patientenverfügung im Scheckkartenformat
Das Wichtigste in Kürze:
  • Eine Notfallkarte gibt Aufschluss darüber, wo sich die eigene Patienten­verfügung befindet, sodass Ärzte und Angehörige sie schneller finden.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hinweis auf das Dokument bei sich zu tragen. Die beste Variante ist eine stabile Plastikkarte, wie die Notfallkarte von Afilio.
  • Sie sollten nicht nur die Karte bei sich tragen, sondern auch Angehörige und Vertrauens­personen persönlich darüber informieren, wo sich Ihre Patienten­verfügung und auch die passende Vorsorge­vollmacht befinden.

Ihre Patienten­verfügung soll im Fall der Fälle sofort vorliegen. Deshalb fragen sich viele, ob es Sinn ergibt, das Dokument rund um die Uhr bei sich zu tragen. Ist das der richtige Weg, um sicherzugehen, dass Notärzte und Angehörige Ihre Verfügung finden? Die einfache Antwort lautet: Nein. Grundsätzlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, Ihre Vorsorge­dokumente immer bei sich zu haben. Das ist weder notwendig noch praktikabel. Denn wer diese persönlichen und wichtigen Papiere mit sich herumträgt, kann sie auch verlieren. Im Notfall muss eine Patienten­verfügung allerdings möglichst schnell auffindbar sein. Die Lösung: Tragen Sie einen Hinweis auf den Hinterlegungsort des Dokuments bei sich – zum Beispiel eine Notfallkarte.

Notfallkarte: Papier, Aufkleber oder Plastik

Wenn Sie eine Karte oder einen Zettel für Ihre Hosentasche oder Ihr Portemonnaie suchen, finden Sie im Netz zahlreiche Angebote – viele kostenlos und zum sofortigen Herunterladen. Nicht alle sind aber zu empfehlen.

Aufkleber für die Kranken­kassenkarte

Praktisch und klein sind die Aufkleber, die manche Anbieter verschicken. Sie werden ganz einfach auf die Kranken­kassenkarte geklebt und weisen auf den Hinterlegungsort der Patienten­verfügung hin. Der Vorteil: Die Kranken­kassenkarte wird im Kranken­haus auf jeden Fall gesucht, sodass auch der Hinweis auf die Patienten­verfügung nicht übersehen wird. Allerdings ist die Voraussetzung dafür, dass der Aufkleber noch lesbar ist. Der Gebrauch der Kranken­kassenkarte sorgt nämlich schnell dafür, dass sich der Kleber ablöst oder der aufgedruckte Text abreibt.

Frau mit Notfallkarte vor Laptop
Auf einer Notfallkarte finden Sie in der Regel alle wichtigen Informationen zum Aufbewahrungsort der Patienten­verfügung.

Ausweis aus Papier

Im Netz gibt es ihn in verschiedenen Varianten kostenlos zum Download: den Ausweis aus Papier. Ausdrucken, ausschneiden, in die Brieftasche legen und schon haben Sie immer einen Hinweis auf Ihre Patienten­verfügung dabei – zumindest solange der Papierausdruck hält. Denn Papier ist zwar geduldig, aber nicht besonders widerstandsfähig. Schnell reißen die Ränder ein, die Ecken knicken, und die Druckerfarbe reibt sich jeden Tag ein bisschen mehr ab. Wenn Sie den Ausweis nicht regelmäßig erneuern, können Sie nicht sicher sein, dass jemand den Hinweis im Notfall entziffern kann.

Hinweiskarte

Die deutlich bessere und auch beständigere Variante ist die Notfallkarte im Scheckkarten­format. Sie ist robust und passt in jede Brieftasche, sodass Sie sie rund um die Uhr bei sich tragen können. Die Plastikkarte ist genauso groß wie Ihre EC- und Kranken­kassenkarte und muss meist nur ausgetauscht werden, wenn sich persönliche Daten, wie z. B. Ihr Name, ändern. Adresse und Telefonnummer sind auf der Karte meist nicht vermerkt, deshalb hat eine Änderung keine Auswirkungen. Ändern Sie Ihre Patienten­verfügung, ist das in der Regel nicht nötig. Einmal erstellt, hält die Notfallkarte somit oft ein Leben lang.

Notfallkarte und Notfallabruf von Afilio

Als AfilioPlus-Mitglied bekommen Sie nicht nur alle Vorsorge­dokumente für zwei Personen und eine Registrierung im Zentralen Vorsorge­register der Bundesnotarkammer (ZVR), sondern auch eine Notfallkarte für den Notfallabruf, die wir Ihnen kostenlos zuschicken. Auf der Plastikkarte finden Sie einen individuellen Code, mit dem Angehörige und Ärzte im Notfall Ihre Patienten­verfügung und andere Vorsorge­dokumente, wie z. B. die Vorsorge­vollmacht, abrufen können.

Jetzt AfilioPlus-Mitglied werden

Ergänzend zum Hinweis: Angehörige persönlich informieren

Wer sichergehen möchte, dass die richtigen Personen seine Patienten­verfügung finden, wenn es nötig ist, sollte auf jeden Fall darüber sprechen. Informieren Sie Ihre Angehörigen und insbesondere Vertrauens­personen, die Sie in der Patienten­verfügung angegeben haben, darüber, dass eine entsprechende Verfügung besteht. Weisen Sie auf ihren Aufbewahrungsort hin und geben Sie Ihren Angehörigen alle Informationen, die sie brauchen, um Zugang zu dem Dokument zu bekommen.

Übrigens: Eine Patienten­verfügung allein reicht nicht aus. Sie sollten unbedingt auch eine Vorsorge­vollmacht und/oder eine Betreuungs­verfügung erstellen. Wir erklären Ihnen in unserem Beitrag Patienten­verfügung, Vorsorge­vollmacht, Betreuungs­verfügung: Das ist der Unterschied was Sie wissen müssen.

Häufig gestellte Fragen

Wer kann das Zentrale Vorsorge­register einsehen?

Informationen aus dem Zentralen Vorsorge­register der Bundesnotarkammer (ZVR) dürfen ausschließlich Betreuungs­gerichte abfragen. Ärzte und Angehörige haben keinen Zugriff auf die hinterlegten Informationen.

Wo sollte ich meine Patienten­verfügung hinterlegen?

Ihre Patienten­verfügung sollten Sie an einem sicheren Ort aufbewahren. Wichtig ist dabei allerdings, dass das Dokument schnell auffindbar ist und Vertrauens­personen wissen, wo sie es finden. Im besten Fall haben Sie Ihre Patienten­verfügung auch digital hinterlegt, sodass sie auch jederzeit online abgerufen werden kann. Alle Informationen zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Patienten­verfügung hinterlegen: So ist sie immer griffbereit.

Quellen

Afilio: Dokumente
Sozialverband VdK: Vorsorge­broschüre
(alle Quellen zuletzt abgerufen am 14.06.2021)

Franziska Saß

Franziska Saß

Franziska Saß ist seit April 2020 Content Managerin bei Afilio. Die studierte Journalistin hat über mehrere Jahre frei für verschiedene Tageszeitungen geschrieben und war anschließend in verschiedenen Unternehmen im Content Management tätig. Bei Afilio schreibt sie vor allem Ratgeberartikel zu wichtigen Vorsorge­dokumenten, Versicherungen und Pflege.

Weitere Artikel, die Sie interessieren könnten

Teilen Sie den Artikel