Notfallkarte: Patientenverfügung im Scheckkartenformat

Notfallkarte: Patienten­verfügung im Scheckkarten­format

15.09.2020

Ihre Patientenverfügung soll im Fall der Fälle sofort vorliegen. Deshalb fragen sich viele, ob es Sinn ergibt, das Dokument rund um die Uhr bei sich zu tragen. Ist das der richtige Weg, um sicherzugehen, dass Notärzte und Angehörige Ihre Verfügung finden? Die einfache Antwort lautet: Nein. Grundsätzlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, Ihre Vorsorgedokumente immer bei sich zu haben. Das ist weder notwendig noch praktikabel. Denn wer diese persönlichen und wichtigen Papiere mit sich herumträgt, kann sie auch verlieren. Im Notfall muss eine Patientenverfügung allerdings möglichst schnell auffindbar sein. Die Lösung: Tragen Sie einen Hinweis auf den Hinterlegungsort des Dokuments bei sich – zum Beispiel eine Notfallkarte.

Notfallkarte: Papier, Aufkleber oder Plastik

Wenn Sie eine Karte oder einen Zettel für Ihre Hosentasche oder Ihr Portemonnaie suchen, finden Sie im Netz zahlreiche Angebote – viele kostenlos und zum sofortigen Herunterladen. Nicht alle sind aber zu empfehlen.

Aufkleber für die Krankenkassenkarte

Praktisch und klein sind die Aufkleber, die manche Anbieter verschicken. Sie werden ganz einfach auf die Krankenkassenkarte geklebt und weisen auf den Hinterlegungsort der Patientenverfügung hin. Der Vorteil: Die Krankenkassenkarte wird im Krankenhaus auf jeden Fall gesucht, sodass auch der Hinweis auf die Patientenverfügung nicht übersehen wird. Allerdings ist die Voraussetzung dafür, dass der Aufkleber noch lesbar ist. Der Gebrauch der Krankenkassenkarte sorgt nämlich schnell dafür, dass sich der Kleber ablöst oder der aufgedruckte Text abreibt.

Frau mit Notfallkarte vor Laptop
Auf einer Notfallkarte finden Sie in der Regel alle wichtigen Informationen zum Aufbewahrungsort der Patienten­verfügung.

Ausweis aus Papier

Im Netz gibt es ihn in verschiedenen Varianten kostenlos zum Download: den Ausweis aus Papier. Ausdrucken, ausschneiden, in die Brieftasche legen und schon haben Sie immer einen Hinweis auf Ihre Patientenverfügung dabei – zumindest solange der Papierausdruck hält. Denn Papier ist zwar geduldig, aber nicht besonders widerstandsfähig. Schnell reißen die Ränder ein, die Ecken knicken, und die Druckerfarbe reibt sich jeden Tag ein bisschen mehr ab. Wenn Sie den Ausweis nicht regelmäßig erneuern, können Sie nicht sicher sein, dass jemand den Hinweis im Notfall entziffern kann.

Hinweiskarte

Die deutlich bessere und auch beständigere Variante ist die Notfallkarte im Scheckkartenformat. Sie ist robust und passt in jede Brieftasche, sodass Sie sie rund um die Uhr bei sich tragen können. Die Plastikkarte ist genauso groß wie Ihre EC- und Krankenkassenkarte und muss meist nur ausgetauscht werden, wenn sich persönliche Daten, wie z. B. Ihr Name, ändern. Adresse und Telefonnummer sind auf der Karte meist nicht vermerkt, deshalb hat eine Änderung keine Auswirkungen. Ändern Sie Ihre Patientenverfügung, ist das in der Regel nicht nötig. Einmal erstellt, hält die Notfallkarte somit oft ein Leben lang.

Notfallkarte und Notfallabruf von Afilio

Als AfilioPlus-Mitglied bekommen Sie nicht nur alle Vorsorgedokumente für zwei Personen und eine Registrierung im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ZVR), sondern auch eine Notfallkarte für den Notfallabruf, die wir Ihnen kostenlos zuschicken. Auf der Plastikkarte finden Sie einen individuellen Code, mit dem Angehörige und Ärzte im Notfall Ihre Patientenverfügung und andere Vorsorgedokumente, wie z. B. die Vorsorgevollmacht, abrufen können.

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Ergänzend zum Hinweis: Angehörige persönlich informieren

Wer sichergehen möchte, dass die richtigen Personen seine Patientenverfügung finden, wenn es nötig ist, sollte auf jeden Fall darüber sprechen. Informieren Sie Ihre Angehörigen und insbesondere Vertrauenspersonen, die Sie in der Patientenverfügung angegeben haben, darüber, dass eine entsprechende Verfügung besteht. Weisen Sie auf ihren Aufbewahrungsort hin und geben Sie Ihren Angehörigen alle Informationen, die sie brauchen, um Zugang zu dem Dokument zu bekommen.

Übrigens: Eine Patientenverfügung allein reicht nicht aus. Sie sollten unbedingt auch eine Vorsorgevollmacht und/oder eine Betreuungsverfügung erstellen. Wir erklären Ihnen in unserem Beitrag Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung: Das ist der Unterschied was Sie wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Eine Notfallkarte gibt Aufschluss darüber, wo sich die eigene Patientenverfügung befindet, sodass Ärzte und Angehörige sie schneller finden.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Hinweis auf das Dokument bei sich zu tragen. Die beste Variante ist eine stabile Plastikkarte, wie die Notfallkarte von Afilio.
  • Sie sollten nicht nur die Karte bei sich tragen, sondern auch Angehörige und Vertrauenspersonen persönlich darüber informieren, wo sich Ihre Patientenverfügung und auch die passende Vorsorgevollmacht befinden.

Häufig gestellte Fragen

Wer kann das Zentrale Vorsorgeregister einsehen?

Informationen aus dem Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer (ZVR) dürfen ausschließlich Betreuungsgerichte abfragen. Ärzte und Angehörige haben keinen Zugriff auf die hinterlegten Informationen.

Wo sollte ich meine Patientenverfügung hinterlegen?

Ihre Patientenverfügung sollten Sie an einem sicheren Ort aufbewahren. Wichtig ist dabei allerdings, dass das Dokument schnell auffindbar ist und Vertrauenspersonen wissen, wo sie es finden. Im besten Fall haben Sie Ihre Patientenverfügung auch digital hinterlegt, sodass sie auch jederzeit online abgerufen werden kann. Alle Informationen zum Thema finden Sie in unserem Ratgeber Patientenverfügung hinterlegen: So ist sie immer griffbereit.

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