Patienten­verfügung hinterlegen: So ist sie immer griffbereit

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von Franziska Saß
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09.09.2020 (aktualisiert: 09.02.2021)
Patientenverfügung hinterlegen: So ist sie immer griffbereitPatientenverfügung hinterlegen: So ist sie immer griffbereit
Das Wichtigste in Kürze:
  • Hinterlegen Sie Kopien Ihrer Patienten­verfügung z. B. bei Ihren Bevollmächtigten oder Ihrem Hausarzt. Wenn Sie das Dokument mit Afilio erstellen, erhalten Sie auf Wunsch einen Code, mit dem Ihre Vertrauens­personen den Inhalt Ihrer Patienten­verfügung rund um die Uhr online abrufen können.
  • Um Ihre Patienten­verfügung zu hinterlegen haben Sie zahlreiche Möglichkeiten – besonders wichtig ist bei der Hinterlegung, dass die Daten schnell abrufbar und sicher sind.
  • Achten Sie darauf, dass jedes Dokument immer mit der aktuellen Version Ihrer Patienten­verfügung übereinstimmt.

Ihre Patienten­verfügung soll Ärzten und Angehörigen im Notfall sagen, welche Behandlungen Sie wünschen und welche nicht. Damit Ihr Wille umgesetzt werden kann, muss die Verfügung direkt auffindbar sein. Liegt keine Patienten­verfügung vor und es ist keine Vorsorge­vollmacht oder Betreuungs­verfügung auffindbar, brauchen Ärzte einen gesetzlichen Vertreter, der Entscheidungen für Sie treffen kann. So kann es vorkommen, dass eine fremde Person als Betreuer eingesetzt wird – mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Berufsbetreuer, den Sie bezahlen müssen. Bewahren Sie Ihre Patienten­verfügung gemeinsam mit der Vorsorge­vollmacht am richtigen Ort auf, können Sie sich davor schützen.

Tipp: Wichtig ist nicht nur, dass Ihre Verfügung auffindbar, sondern auch aktuell ist, damit sie gilt. Alles zum Thema erfahren Sie in unserem Artikel Patienten­verfügung Gültigkeit: Das müssen Sie wissen.

Wo sollte ich meine Patienten­verfügung hinterlegen?

Um Ihr Dokument sicher und auffindbar aufzubewahren, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Sie können Ihre Patienten­verfügung einer Person aus Ihrem Umfeld anvertrauen, die Verfügung bei Ihrem Arzt hinterlegen oder auf die zentralen Register oder Dienstleister zurückgreifen, die Ihr Dokument sicher verwahren.

Vertrauens­personen

Hinterlegen Sie eine Kopie Ihrer Patienten­verfügung bestenfalls bei einer oder mehreren Vertrauens­personen. Eine der Personen, die auf jeden Fall eine Kopie bekommen sollten, ist die in der Patienten­verfügung benannte. Informieren Sie Ihre Vertrauens­personen außerdem darüber, wo sie das Original-Dokument finden können.

Wenn Sie verheiratet sind, sollte zumindest Ihr Ehepartner oder Ihre Ehepartnerin Bescheid wissen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, warum eine Patienten­verfügung für Ehepartner so wichtig ist.

Hausarzt

Ihr Hausarzt ist für Sie ein wichtiger Ansprechpartner, wenn es um die Patienten­verfügung geht: Er steht Ihnen nicht nur mit seinem medizinischen Fachwissen zur Seite, sondern kann Ihre Verfügung auch in Ihrer Patientenakte aufbewahren. Das ist sinnvoll, denn in vielen Fällen ist es der Hausarzt, der über die ersten Behandlungs­maßnahmen entscheidet.

Wer sich vorab vom Hausarzt zur Patienten­verfügung beraten lässt, sollte beachten: Nicht jede Kranken­kasse übernimmt die Kosten für die Beratung zur Patienten­verfügung, weshalb nicht jeder Hausarzt entsprechende Gespräche anbietet. Sollten Sie einen Gesprächstermin bekommen, kann es sein, dass Ihnen Ihr Arzt das Gespräch in Rechnung stellt. Ob Sie sich die Kosten von Ihrer Kranken­kasse zurückholen können, können Sie bei Ihrer Versicherung erfragen. In unserem Ratgeber zu den Kosten der Patienten­verfügung erfahren Sie, was Sie etwa einkalkulieren müssen.

Eine gute Alternative oder Ergänzung zur Hinterlegung beim Hausarzt: Wer in einem nahegelegenen Kranken­haus bereits in Behandlung war, kann seine Patienten­verfügung auch dort in die Patientenakte legen lassen. Werden Sie hier im Notfall behandelt, ist die entsprechende Verfügung schon da.

Zentrales Vorsorge­register der Bundesnotarkammer (ZVR)

Das Zentrale Vorsorge­register der Bundesnotarkammer, kurz ZVR, wurde 2005 von der Bundesregierung beauftragt, die Vorsorge­dokumente der Bürger zu registrieren. Das Register ist in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft und wird vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz beaufsichtigt. Beim ZVR können Sie einen Antrag stellen, um Daten zu Ihrer Patienten­verfügung zu hinterlegen, allerdings nur in Kombination mit einer gültigen Vorsorge­vollmacht. Die eigentlichen Dokumente bewahrt das ZVR nicht auf, sondern lediglich eine Kurzinformation, aus der hervorgeht, dass es eine entsprechende Verfügung gibt. Zusätzlich werden Ihre Daten und die wichtigsten Daten Ihrer Vertrauens­personen gespeichert. Der Nachteil an der Registrierung im ZVR: Nur Betreuungs­gerichte können die Daten abfragen, Angehörige und Ärzte bekommen keine Auskunft. Die Eintragung kostet zwischen 13 und 20 Euro. Wenn Sie Änderungen an Ihren Dokumenten vornehmen möchten, ist das ebenfalls kostenpflichtig.

Verbände

Sie können Ihre Patienten­verfügungen nicht nur bei Zentralstellen des Bundes, Ärzten oder Vertrauens­personen hinterlegen, sondern auch beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) oder beim Humanistischen Verband Deutschland (HVD). Das Deutsche Rote Kreuz bietet Ihnen mit seinem Zentralarchiv für Vorsorge­vollmacht, Patienten­verfügung und Betreuungs­verfügung in Mainz die Möglichkeit, Ihre Dokumente sicher aufzubewahren. Die Kosten pro Dokument betragen einmalig 80 Euro, Änderungen können kostenfrei vorgenommen werden.

Die Zentralstelle Patienten­verfügung vom HVD hat ihren Sitz in Berlin und bewahrt Dokumente nur für ihre Förderer auf. Förderer zahlen einen Mindestbeitrag von 24 Euro jährlich. Nach der Hinterlegung bekommen Sie einen Notfallpass, der die wichtigsten Inhalte Ihrer Patienten­verfügung enthält und zeigt, wo das Originaldokument hinterlegt ist. Der Haken: Sie können hier nur Patienten­verfügungen hinterlegen, die Sie über die Website der Zentralstelle erstellt haben. Kostenpunkt: 50 Euro für die Standard-Patienten­verfügung, 160 Euro für ein individuelles Dokument.

Afilio

Bei Afilio können Sie Ihre Patienten­verfügung nicht nur ganz einfach per Klick erstellen, sondern auch sicher online hinterlegen.

Als AfilioPlus Mitglied bekommen Sie von uns eine Notfallkarte, die Sie in Ihrem Portemonnaie verstauen können, damit Ihre Patienten­verfügung im Notfall schnell gefunden wird. Der Abruf erfolgt ganz einfach über den auf der Karte aufgedruckten Code, den Ihre Angehörigen auf unserer Website eingeben. Anschließend können sie sofort die entsprechenden Dokumente einsehen. Sie können kostenlos weitere Karten für Ihre Vertrauens­personen bestellen.

Ihre Patienten­verfügung ist bei Afilio immer aktuell: Wenn Sie online etwas ändern, werden Ihre Daten sofort aktualisiert. Wir gewährleisten, dass die Formulierungen auch stets der aktuellen Rechtsprechung genügen.

Jetzt Patienten­verfügung erstellen

Aufbewahrung der Patienten­verfügung: Doppelt hält besser

Sie müssen sich nicht zwingend für eine der oben genannten Optionen entscheiden, sondern können auch mehrere Möglichkeiten zur Hinterlegung Ihrer Patienten­verfügung nutzen. Das ist in vielen Fällen sogar ratsam, denn so stellen Sie sicher, dass es auf jeden Fall einen Weg gibt, auf dem Ärzte und Ihre Angehörigen Ihre Patienten­verfügung finden.

Allerdings sollten Sie bei der doppelten Hinterlegung unbedingt darauf achten, dass Sie das Dokument austauschen, wenn Sie Ihre Patienten­verfügung ändern. Es sollte nur eine Version im Umlauf sein, um sicherzustellen, dass Ihr Wille im Notfall korrekt umgesetzt wird. Vernichten Sie alte Exemplare bestenfalls umgehend nach der Erstellung einer neuen Patienten­verfügung.

Gut zu wissen: Viele Menschen glauben, dass Sie Ihre Patienten­verfügung auch im Testament erwähnen müssen. Das ist allerdings falsch. Denn die Patienten­verfügung wird zu Rate gezogen, wenn ein Mensch, der eine medizinische Behandlung benötigt, seinen Willen nicht mehr äußern kann. Das Testament wird hingegen erst nach dem Tod eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt sind die Regelungen der Patienten­verfügung irrelevant.

Häufig gestellte Fragen

Wo muss ich die Patienten­verfügung hinterlegen?

Sie müssen die Patienten­verfügung nirgendwo aufbewahren lassen. Es reicht auch aus, diese zu verfassen und zu Hause aufzubewahren. Sollten Sie sich dafür entscheiden, ist es unabdinglich, dass Sie Ihren Angehörigen mitteilen, dass es eine Patienten­verfügung gibt und wo Sie diese aufbewahren. Generell ist es allerdings sinnvoller, das Dokument nicht nur in den eigenen Akten, sondern auch an einer anderen Stelle zu hinterlegen, die Angehörige im Notfall von überall aus einsehen können.

Muss ich meine Patienten­verfügung immer bei mir tragen?

Nein, die komplette Patienten­verfügung immer in der Tasche zu haben, ist nicht nötig. Stattdessen sollten Sie einen kleinen Vermerk zum Hinterlegungsort der Patienten­verfügung in Ihrer Brieftasche dabei haben. Im besten Fall haben Sie hier auch eingetragen, welche Person aus Ihrem Umfeld im Notfall informiert werden soll.

Wer kann das zentrale Vorsorge­register einsehen?

Das Zentrale Vorsorge­register der Bundesnotarkammer können nur Betreuungs­gerichte im Rahmen eines Betreuungsverfahrens einsehen.

Franziska Saß

Franziska Saß

Franziska Saß ist seit April 2020 Content Managerin bei Afilio. Die studierte Journalistin hat über mehrere Jahre frei für verschiedene Tageszeitungen geschrieben und war anschließend in verschiedenen Unternehmen im Content Management tätig. Bei Afilio schreibt sie vor allem Ratgeberartikel zu wichtigen Vorsorge­dokumenten, Versicherungen und Pflege.

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