Hilfsmittel­verzeichnis der gesetzlichen Kranken­versicherung

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von Afilio
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25.02.2021 (aktualisiert: 25.02.2021)
Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen KrankenversicherungHilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung
Das Wichtigste in Kürze:
  • Mehr als 30.000 Hilfsmittel stehen zur Auswahl.
  • Hilfsmittel sind nicht mit Pflege­hilfsmitteln zu verwechseln - wir erklären den Unterschied.

Foto: Shutterstock/fizkes

Was ist das Hilfsmittel­verzeichnis?

Das Hilfsmittel­verzeichnis ist ein gemeinsames Verzeichnis der gesetzlichen Kranken­kassen. In ihm sind alle Hilfsmittel aufgeführt, für die Kranke oder Pflege­bedürftige finanzielle Unterstützung Ihrer Versicherung in Anspruch nehmen können. Alle Hilfsmittel, die im Hilfsmittel­verzeichnis der Kranken­kassen aufgelistet sind, dienen der Genesung, Unterstützung und Kompensation bei körperlichen Einschränkungen.

Das Hilfsmittel­verzeichnis wird nach § 139 SGB V vom GKV-Spitzenverband geführt. Der Hilfsmittelkatalog beinhaltet über 30.000 Hilfsmittel. Der Hilfsmittel ist nach Art eines Ziffernkatalogs geführt, es bietet Versicherten, pflegenden Angehörigen, Sanitätshäusern und Kassenärzten einen Überblick über die verfügbaren Produkte. Produkte können dabei auch nach ihrem Anwendungsbereich gefiltert werden.

Diese Produktgruppen sind im Hilfsmittel­verzeichnis

  • Absauggeräte
  • Adaptionshilfen
  • Applikationshilfen
  • Bade- und Duschutensilien
  • Bandagen
  • Bestrahlungsgeräte
  • Blindenhilfsmittel
  • Einlagen und andere Hilfen bei Inkontinenz
  • Elektrostimulationsgeräte
  • Gehhilfen
  • Hilfsmittel gegen Dekubitus und Trachestoma bei Laryngektomie
  • Hör-, Kommunikations- und Sehhilfen (etwa ein Hausnotruf)
  • Inhalations- und Atemtherapiegeräte
  • Hilfsmittel zur Kompressionstherapie
  • Kranken­pflegeartikel
  • Kranken- und Behindertenfahrzeuge sowie Mobilitätshilfen
  • Lagerungshilfen
  • Prothesen, Orthesen, Schienen (z.B. Augenprothesen, Brustprothesen, Armprothesen)
  • Sprech-, Steh- und Sitzhilfen
  • Pflege­hilfsmittel zur Pflege­erleichterung, Hygiene, Linderung von Beschwerden und zur selbständigeren Lebensgestaltung

So werden Hilfsmittel im Hilfsmittel­verzeichnis gelistet

Jedes Produkt des Hilfsmittel­verzeichnisses ist mit einer eigenen Nummer gekennzeichnet. Diese sogenannte Hilfsmittelordnung dient nicht nur der einfachen Verwaltung der einzelnen Produkte durch Fachärzte, sondern bestätigt außerdem die Wirksamkeit des Hilfsmittels. Jede Produktgruppe beherbergt wiederum mehrere Produkte. Dazu erhält jedes Hilfsmittel im Hilfsmittel­verzeichnis eine eindeutige Identifikationsnummer mit zehn Stellen. Sie setzt sich aus der Produktgruppe (2 Ziffern), dem Anwendungsort (2 Ziffern), der Untergruppe (2 Ziffern), der Anwendungsart (1 Ziffer) und dem konkreten Produkt (3 Ziffern) zusammen. Gruppen werden durch einfach Punkte voneinander getrennt. Lagerungshilfen mit 20cm Größe der Fa. Meyer Medical etwa haben eine Hilfsmittelpositionsnummer 20.29.01.1000.

Pflege- und Instandhaltung der Hilfsmittel

Verzeichnis: Schubkasten mit Buchstabenteilern
Im Zweifel aktueller - aber mindestens genauso umfassend: Das Hilfsmittel­verzeichnis

Bei den Anschaffungskosten von Hilfsmitteln bleibt es nicht – Prothesen und Co. müssen regelmäßig gewartet werden und bei Bedarf repariert werden. Die Kranken­versicherungen beteiligen sich an Reparaturen und Ersatzteilen. Neben technischen Überprüfungen von medizinischen Geräten übernehmen die Kassen außerdem die Betriebskosten von Hilfsmitteln, die elektrisch betrieben werden und im Hilfsmittelkatalog geführt werden. Bei einem Elektrorollstuhl übernimmt die Kranken­versicherung beispielsweise die Kosten für Strom und Haftpflicht­versicherung. Versicherte müssen grundsätzlich niemals selbst für ein registriertes Hilfsmittel aufkommen, müssen jedoch mit einer Selbstbeteiligung zwischen fünf und zehn Euro rechnen. Bei Hilfsmitteln, die verbraucht werden, wie zum Beispiel Einlagen, kommen auf die Versicherten 10 Prozent der Kosten pro Packung zu.

Hilfsmittel vs. Pflege­hilfsmittel – das sind die Unterschiede

Genehmigungspflichtige Hilfsmittel sind grundsätzlich bewegliche Produkte. Während eine mobile Rampe für die häusliche Treppe von der Kranken­versicherung be­zuschusst wird, muss ein montierter Treppenlift selbst bezahlt werden.

Unter Pflege­hilfsmittel fallen Geräte sowie zum Verbrauch bestimmte Produkte, wie beispielsweise Latexhandschuhe. Für die Erstattung von Pflege­mitteln ist nicht die Kranken­versicherung zuständig, sondern die Pflege­versicherung. Für Pflege­hilfsmittel benötigen Sie keine ärztliche Verordnung: Sie stellen bei der Pflege­kasse einen Antrag auf Kostenübernahme der benötigten Pflege­hilfsmittel – die Pflege­kasse schickt gegebenenfalls vor der Bewilligung einen Gutachter des MDK (MEDICPROOF bei privat Versicherten).

Übrigens: Wir informieren Sie umfassend zu den Voraussetzungen und Leistungen bei Pflege­grad 1, Pflege­grad 2, Pflege­grad 3, Pflege­rad 4, Pflege­grad 5 und wie Sie einen Pflege­grad beantragen stellen!

Hilfsmittelkatalog: Leistungen der privaten Kranken­versicherungen

Privat Versicherte orientieren sich am Hilfsmittelkatalog, der alle Hilfsmittel auflistet, die von der privaten Kranken­versicherung finanziert werden. Ob Sie Zugang zum offenen oder geschlossenen Hilfsmittelkatalog haben, hängt von Ihrem Versicherungstarif ab. Der offene Hilfsmittelkatalog enthält mehr Produkte als der geschlossene Katalog – eine private Kranken­versicherung mit offenem Hilfsmittelkatalog ist entsprechend teurer.

Hinweis: Nicht aufgeführt im Hilfsmittel­verzeichnis ist das sog. Inkontinenz­material. Obwohl häufiger Bestandteil der Pflege handelt es sich um Verbrauchsmaterial, das nach Art und Umfang einer aufgetretenen Inkontinenz ärztlich verschrieben wird.

Hier geht es zum Hilfsmittel­verzeichnis des GKV-Spitzenverbands. Alternativ informiert das GKV-Hilfsmittel­verzeichnis von REHADAT über die gelisteten Produkte.

Quellen
Bundesgesundheitsministerium: Pflege­hilfsmittel
Verbraucherzentrale: Hilfsmittel, was ist das eigentlich?
(alle Quellen zuletzt abgerufen am 21.06.2021)

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