Pflege Zuhause: Über 12 Mrd. Euro jährlich ungenutzt

von Afilio
06.07.2022 (aktualisiert: 15.08.2022)

Pflege­bedürftige Personen und ihre Angehörige haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung durch die Pflege­kasse. Mindestens 12 Milliarden Euro dieser Leistungsansprüche bleiben nach neuesten Erkenntnissen jährlich ungenutzt.

Das ist ein zentrales Ergebnis der mit 56.000 Befragten bisher größten Studie zur häuslichen Pflege in Deutschland, die der Sozialverband VdK in Auftrag gegeben hat. Demnach haben für die Untersuchung Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück errechnet, dass je nach Art der Pflege­leistungen zwischen 62 und 93 Prozent nicht abgerufen werden.

Tatsächliche Summe dürfte deutlich größer ausfallen

Die 12 Milliarden Euro enthalten nur die verfallenen Ansprüche von Personen mit Pflege­grad. Diese Personen erhalten immerhin einen Teil der Leistungen. Darüber hinaus gibt es viele Menschen, die einen Pflege­grad und damit finanzielle Unterstützung erhalten könnten, aber den benötigten Antrag nicht gestellt haben.

Fast 50% der Personen mit Pflege­grad erhalten Pflege­grad 2 (von 5). Pflege­grad 1 wird in weniger als 10% aller Fälle erteilt. Das zeigt, dass viele Familien schon viel früher einen Antrag stellen könnten. Das ist risikolos, da auch bei Ablehnung keine Konsequenzen zu befürchten sind.

Mit unserem Pflege­gradrechner können Sie ermitteln, welcher Pflege­grad in Ihrer Situation vergeben werden müsste. Wir führen Sie durch die Punkte, die bei einem Gutachten geprüft werden und stellen bei Bedarf direkt den Antrag für Sie.

Welche Leistungsansprüche gibt es?

Geld für die Pflege durch Angehörige, einen Pflege­dienst oder in einem Pflege­heim gibt es ab Pflege­grad 2. Je nach Durchführung und Pflege­grad beträgt die Summe zwischen 316 € (Pflege­grad 2, Angehörige) und 2.005 € (Pflege­grad 5, Pflege­dienst oder Heim) im Monat.

Zusätzlich besteht bereits ab Pflege­grad 1 Anspruch auf folgende Leistungen

Dass 12 Mrd. Euro dieser Leistungen im Jahr ungenutzt bleiben liegt zum Einen daran, dass viele Menschen ihre Ansprüche nicht kennen. Zum Anderen führt der Fachkräftemangel dazu, dass es in einigen Regionen keine guten Angebote gibt.

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