Vollmacht erteilen? So machen Sie es richtig.

Vollmacht erteilen? So machen Sie es richtig.

05.03.2020
Das Wichtigste in Kürze:
  • Eine Vollmacht ist eine schriftlich fixierte Berechtigung zur Vertretung eines Bevollmächtigten durch einen Vollmachtgeber.
  • Auch mehreren Personen kann eine Vollmacht erteilt werden, das kann im Rahmen einer Vorsorgevollmacht sinnvoll sein, um sich für den Fall abzusichern, dass eine Vertrauensperson ausfällt.
  • Im Außenverhältnis haben alle Vertrauenspersonen die Möglichkeit, den Vollmachtgeber unabhängig voneinander zu vertreten. Mit einer Vereinbarung im Innenverhältnis können Sie jedoch bestimmen, unter welchen Umständen jeder von ihnen agieren darf oder in welcher Rangfolge.

Warum eine Vollmacht erteilen?

Eine Vollmacht verleiht einer Vertrauensperson die Befugnis, ihren Verfasser in bestimmten Aufgabenfeldern zu vertreten. Der Träger einer Vollmacht ist der sog. Bevollmächtigte. Eine Vollmacht ist immer dann eine sinnvolle Option, wenn entweder von feststeht, dass ihr Verfasser eine bestimmte Handlung nicht persönlich vollziehen kann, oder um sicherzustellen, dass Dritte einen entscheidungsbefugten Ansprechpartner haben, falls der Verfasser vorübergehend oder dauerhaft nicht entscheidungsfähig ist.

Welche Vollmachten gibt es?

  • Eine Generalvollmacht versetzt den Bevollmächtigten in die Lage, sämtliche Rechtsgeschäfte zu vollziehen, die vertretungszulässig sind.
  • Im Gegensatz dazu ermächtigt eine Einzelvollmacht den Bevollmächtigten zur Ausführung einer ganz bestimmten Handlung als Vertreter.
  • Die sog. Gattungsvollmacht gestattet es dem Bevollmächtigten alle Rechtsgeschäfte einer bestimmten Art vorzunehmen
  • Die Vorsorgevollmacht ist die wichtigste Vertretungsgrundlage für ihren Verfasser, wenn er im Ernstfall nicht entscheidungsfähig, bzw. geschäftsfähig ist.
  • Außenvollmachten wie die Bankvollmacht.
  • Vollmachten, die gesetzlich normiert sind, etwa in Form der Prokura

Bevollmächtigter - Was ist das?

Beim Aufsetzen einer Vollmacht, egal ob Vorsorgevollmacht oder Generalvollmacht sind wichtige Entscheidungen zu treffen. Die bedeutendste jedoch ist, wer Bevollmächtigter sein soll; denn ist der Verfasser der Vollmacht im Ernstfall nicht länger in der Lage Entscheidungen zu treffen, kann die bevollmächtigte Vertrauensperson den Verfasser unabhängig und eigenverantwortlich gegenüber Dritten vertreten. Es ist also wichtig, einen oder mehrere Bevollmächtigte einzusetzen (oder einen Testamentsvollstrecker), die willens und in der Lage sind, die eigenen Interessen auch dauerhaft wahrzunehmen.

Kann ich mehrere Bevollmächtigte einsetzen?

Es ist möglich, verschiedenen Vertrauenspersonen verschiedene Aufgaben zu übertragen. Viele Menschen wissen bereits im Voraus, wen sie sich als gesetzlichen Vertreter wünschen. Ein zweiter Bevollmächtigter aber kann aus verschiedenen Gründen eine sinnvolle Ergänzung darstellen:

  • Absicherung:
    Wer mehrere Bevollmächtigte einsetzt, hat die Gewähr, dass ein “Ersatzbevollmächtigter” die eigenen Interessen wahrt, wenn der ursprüngliche Bevollmächtigte aus irgendwelchen Gründen ausfällt. In einigen Fällen setzen Betroffene für einen solchen Fall eine Betreuungsverfügung ein, um einen ihnen bekannten gerichtlichen Betreuer zur Seite gestellt zu bekommen, wenn die eigentliche Person ihres Vertrauens ausfällt - ein Betreuer ist jedoch in seiner Entscheidungsfreiheit deutlich eingeschränkter als ein zweiter Bevollmächtigter.
  • Gegenseitige Kontrolle:
    Eine Vollmacht setzt großes Vertrauen in die eingesetzten Personen voraus. Wer mehrere Vertrauenspersonen benennen kann, die einen vertreten, kann auch dafür sorgen, dass sie sich gegenseitig Rechenschaft und Abstimmung in wichtigen Sachfragen schuldig sind. Aber Achtung: Das kann auch dazu führen, dass wichtige Entscheidungen mehr Zeit benötigen.
  • Lastenteilung:
    Vollmacht bedeutet häufig auch Volllast, denn zu den eigenen Aufgaben des alltäglichen Lebens kommen dann die Vertretungsaufgaben für den Vollmachtgeber. Mehrere Bevollmächtigte einzusetzen kann also nicht nur helfen, die Bevollmächtigten zu entlasten - es kann auch zu hellsichtigeren Entscheidungen führen.

Werden mehrere Vertrauensperson im Rahmen einer Vollmacht eingesetzt, wird ihr Verhältnis zueinander im Rahmen der juristischen Begriffe vom "Innenverhältnis" und vom "Außenverhältnis" der Vollmacht geregelt. Während das Innenverhältnis die Konstellation der Bevollmächtigten untereinander und zu Ihnen als Vollmachtgeber regelt, ist mit dem Außenverhältnis das Verhältnis gegenüber allen anderen Personen und Institutionen gemeint:

Bevollmächtigte einsetzen
Außen- und Innenverhältnis einer Vollmacht

Nach außen hin sind also beide Vertrauenspersonen dazu bevollmächtigt, den Verfasser unabhängig voneinander zu vertreten. Das heißt, dass beide Bevollmächtigte in seinem Namen handeln dürfen.

Im Innenverhältnis kann mündlich oder schriftlich festgehalten werden, unter welchen Bedingungen eine Vertrauensperson als Bevollmächtigter agieren darf. Dabei können die Bedingungen im Innenverhältnis von denen des Außenverhältnisses abweichen. Der Verfasser kann also im Innenverhältnis mit Person A ausmachen, dass A ihn vertreten darf, wenn er nicht mehr imstande ist, sich selbst zu vertreten.
Mit Person B wiederum kann abgesprochen werden, dass B befugt ist, den Verfasser zu vertreten, wenn Person A ihre Aufgabe nicht wahrnehmen kann. Ein solcher Passus muss nicht zwingend schriftlich in Ihrer Vorsorgevollmacht enthalten sein, allerdings sollten unbedingt alle Vertrauenspersonen informiert sein.

Wie kann ich eine Vollmacht ausstellen? Wo finde ich eine Vorlage?

Vollmachten können in vielen Fällen auch mithilfe geeigneter Vorlagen ausgestellt werden. Doch Vorsicht - nicht in allen Fällen wird eine standardisierte Vorlage den Anforderungen der Realität später auch gerecht. Besser geht’s mit Afilio: Erstellen Sie bei und rechtssicher Vollmachten. Hier können Sie Ihre Präferenzen über einfache Auswahlmöglichkeiten persönlich regeln und erhalten ein verbindliches Dokument.

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