Vorsorgedokumente richtig verwahren

Vorsorge­dokumente richtig verwahren

11.09.2017

Mit Vorsorgedokumenten können Sie Ihre individuellen Bedürfnisse und medizinischen Behandlungswünsche für gesundheitliche und persönliche Angelegenheiten festlegen. Zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen gehören die Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Sorgerechtsverfügung sowie das Testament. Damit Ihre Angehörigen im Notfall Zugriff auf diese Unterlagen haben, sollten Sie ihnen den genauen Aufenthaltsort mitteilen. Wir haben für Sie Tipps und Ratschläge zur Aufbewahrung zusammengefasst.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Vorsorgedokumente kommen in verschiedenen Situationen zum Einsatz: bei Pflegebedürftigkeit, medizinischen Maßnahmen, Krankheiten oder nach dem eigenen Ableben.
  • Die Unterlagen enthalten zwar sehr sensible und persönliche Informationen, vertreten aber rechtskräftig den Willen ihres Erstellers, falls er diesen nicht mehr selbst äußern kann.
  • Damit der Wille durchgesetzt wird, müssen die Dokumente auch gefunden werden. Mindestens eine Vertrauensperson sollte deshalb wissen, wo sich diese befinden.
  • Mit Online-Diensten wie von Afilio können Sie die Vorsorgedokumente sicher hinterlegen und für festgelegte Personen zugänglich machen.

Dokumente sicher zu Hause aufbewahren

Grundsätzlich ist das eigene Zuhause ein sicherer Ort, um wichtige Dokumente aufzubewahren. Sie sind vor dem Missbrauch anderer geschützt und können jederzeit vom Besitzer begutachtet und gegebenenfalls geändert werden. Speziell für Vorsorgedokumente ergibt sich jedoch eine besondere Konstellation: Sie kommen meist dann zum Einsatz, wenn ihrem Ersteller etwas zustößt. Dementsprechend muss nicht ihr Ersteller primären Zugriff haben, sondern eine von ihm ernannte Vertrauensperson.

Das bedeutet zum einen, dass die Vertrauensperson weiß, wo sich die Dokumente befinden. Entweder teilen Sie Ihr also den genauen Ort mit oder Sie hinterlegen einen Hinweis in Ihrem Notfallplan. Zum anderen sollte die Person uneingeschränkten Zugriff haben. Ein Safe oder eine abgeschlossene Schublade im Schreibtisch sind also nicht der richtige Aufenthaltsort, sofern Sie Ihrer Vertrauensperson nicht den Code mitteilen oder den Schlüssel übergeben.

Wir empfehlen, alle Dokumente in einem dafür vorgesehenen Notfallordner zu hinterlegen. Bewahren Sie diesen in einem Regal mit Ihren anderen Unterlagen auf. So stellen Sie sicher, dass Ihre Vertrauensperson Zugang zu Ihren Vorsorgedokumenten hat und im Ernstfall sicherstellen kann, dass ein Arzt oder Betreuungsgericht Ihre Unterlagen einsehen kann.

Registrierung beim Zentralen Vorsorgeregister

Gegen eine einmalige Gebühr von 20 Euro können Sie Ihre Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung auch beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer anmelden. Dort ist dann ein Hinweis gespeichert, dass Sie Ihre diese Dokumente hinterlegt haben. Zuständige Gerichte und Behörden erhalten zu jeder Zeit Auskunft darüber, ob eine Privatperson rechtlich bindende Vorsorgemaßnahmen getroffen hat und wo sich die Originale befinden. So stellen Sie sicher, dass Ihre festgelegten Wünsche und Bedürfnisse umgesetzt werden.

Möchten Sie Änderungen an Ihren Vorsorgedokumenten vornehmen, wird allerdings für jede neue Registrierung eine Gebühr fällig. Im Vorsorgepaket von Afilio ist die Registrierung inklusive unbegrenzter Änderungen bereits enthalten. Zudem kontaktieren wir Sie bei allen relevanten Rechtsänderungen und erklären, was das für Ihre Dokumente bedeutet und welche Maßnahmen Sie gegebenenfalls in die Wege leiten müssen.

Testament und Sorgerechtsverfügung können Sie hingegen gegen eine Gebühr von 75 Euro zentral beim Nachlassgericht hinterlegen.

Schließen Sie Ihre Unterlagen niemals weg

Geheime Verstecke und Bankschließfächer sind denkbar schlechte Orte für die Aufbewahrung von Vorsorgedokumenten. Im Notfall würde es für Ihre Angehörigen zu lange dauern, sich Zugang zu Ihrem Bankschließfach zu verschaffen. In dieser Zeit gibt es keine Garantie, dass Gerichte, Behörden und Ärzte sich an Ihre Wünsche und Bedürfnisse halten.

Wenn Sie unsere Vorlagen für die Erstellung von Vorsorgedokumenten nutzen, sollten Sie also Angehörige oder eine Vertrauensperson darüber informieren. Sofern Sie einer Person uneingeschränkt vertrauen, können Sie bei dieser auch Originale Ihrer Vorsorgemaßnahmen hinterlegen. Das ermöglicht schnelles Handeln im Ernstfall. Bedenken Sie allerdings, dass Ihre Vertrauensperson damit auch uneingeschränkten Zugriff auf sensible Informationen bekommt.

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