Erbvertrag: Unser Muster für Ihre Nachlassregelung
Erbvertrag: Vorlage als Muster
  • Der Erbvertrag ist eine Verfügung von Todes wegen mit wenigstens zwei Vertragspartnern beteiligt sind. Er ist eine häufige Alternative zum Testament für Unverheiratete.
  • Mit dem Erbvertrag kann jeder bestimmen, wer das eigene Vermögen im Todesfall erhält: Jetzt Vorlage für den Erbvertrag herunterladen und Überblick verschaffen
  • Hinweis: Bei diesem Muster handelt es sich um eine Beispielvorlage, die lediglich zur Anschauung dient.

Erbvertrag: Unser Muster für Ihre Nachlassregelung

Laden Sie unsere praktische Vorlage als Muster für Ihren persönlichen Erbvertrag jetzt kostenlos herunter.

Laden Sie unser praktisches Muster für Ihren persönlichen Erbvertrag jetzt kostenlos herunter. Wenn Sie unser Erbvertrag Muster nutzen wollen, dann sollten Sie Folgendes beachten:

Ein Erbvertrag ist eine Verfügung von Todes wegen zwischen dem Erblasser sowie dessen Erben und grundsätzlich ohne notarielle Beurkundung nicht rechtswirksam. Der Vertrag kann mit Ausnahme von Anfechtung, Aufhebung oder Rücktritt nur unter gegenseitigem Einverständnis aller Vertragspartner verändert oder aufgelöst werden.

Was ist ein Erbvertrag und was bewirkt er?

Wenn Sie die gesetzliche Erbfolge beeinflussen möchten oder Personen, die nicht mit Ihnen verwandt sind, an Ihrem Erblass teilhaben lassen wollen, ist das gemäß dem deutschen Erbrecht nur durch das Aufsetzen eines Testaments oder Erbvertrages möglich. Greifen Sie mit einem Erbvertrag in die gesetzliche Erbfolge ein, wird in Juristenkreisen von einer "gewillkürten" Erbfolge gesprochen. Ein Erbvertrag stellt dabei eine verbindliche Vereinbarung dar, das bedeutet, Sie binden sich in Bezug auf Ihren Erblass vertraglich an einen Begünstigten.

Ein Erbvertrag kann nur zu Lebzeiten geschlossen werden. Damit dieser auch rechtskräftig ist, müssen Sie den Gang zum Notar wählen. Denn: Erst nach notarieller Beurkundung und Unterzeichnung des Vertrages durch alle Beteiligten ist der Erbvertrag rechtswirksam.

Wie kann ich einen Erbvertrag aufsetzen?

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Vertrag - für sein Zustandekommen müssen also wenigstens zwei Parteien seinen Abschluss vereinbaren; in diesem Fall handelt es sich also im einen Verfasser als künftigen Erblasser und dem Begünstigten, der z.B. als Alleinerbe eingesetzt werden soll. Ein Erbvertrag kann nicht ohne Zustimmung beider Vertragspartner abgeschlossen werden: Es ist also notwendig, dass beide Seiten

  • voll geschäftsfähig
  • testierfähig und
  • bei notarieller Aufnahme persönlich anwesend sind.

Bei der Ausgestaltung des Erbvertrags kann der künftige Erblasser frei entscheiden, solange er sich in Übereinstimmung mit dem Erbrecht befindet. Vermächtnisse, Erben oder Voraussetzungen zur Berechtigung, ein Erbe anzutreten kann er frei festlegen. Ist der andere Vertragsnehmer mit den fixierten Vorstellungen des Verfassers einverstanden, kann der Erbvertrag zustande kommen.

Ein Erbvertrag kann genau wie ein Testament einseitig oder auf Gegenseitigkeit (sog. zweiseitiger Erbvertrag) aufgesetzt werden. Während der einseitige Erbvertrag dazu den Nachlass eines einzelnen Verfassers zu regeln, etwa wenn ein Partner den anderen als Alleinerben einsetzt. Beim zweiseitigen Erbvertrag hingegen setzen sich beide Partner gegenseitig als Alleinerben ein. Zur Umsetzung der festgehaltenen Vorstellungen können genau wie bei der testamentarischen Lösung auch eine Testamentsvollstreckung oder eine Teilungsanordnung getroffen werden, etwa beim mehrseitigen Erbvertrag.

Vorteil: Sicherheit für die Vertragspartner

Ein notarieller Erbvertrag hat sogenannte Bindungswirkung – er kann nicht von einer Vertragspartei allein verändert oder widerrufen werden, es sei denn der Vertrag enthält einen Änderungsvorbehalt oder ein Rücktrittsrecht. Diese Bindungswirkung dient dem Schutz der Vertragspartner: Eine einseitige Vertragsänderung ist im Gegensatz zum Testament nicht möglich. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Testament ist, dass der Erbvertrag unter anderem um Vereinbarungen aus Güterrecht und Eherecht ergänzt werden kann.

Ein Erbvertrag kann darüber hinaus an Bedingungen geknüpft werden: Eine Klausel zur Pflegeverpflichtung beispielsweise garantiert dem Erblasser, dass dieser im Fall einer Pflegebedürftigkeit wie vereinbart vom Begünstigten gepflegt wird, der im Gegenzug eine erbrechtliche Aufwandsentschädigung bekommt. Nicht selten schließen Eltern einen Erbvertrag unter einer entsprechenden Bedingung mit ihren Kindern ab.

Aufgepasst: Bindungswirkung! Ein Erbvertrag ist bindend - und das ist häufig auch im Sinne seines Verfassers. Doch die Bindungswirkung kann auch Nachteile haben - denn wenn ein Erbvertrag nachträglich geändert oder sogar aufgehoben werden soll, muss das Einverständnis beider Vertragspartner vorliegen. Ein Erbvertrag kann durch

  • ein im Erbvertrag fixiertes vertragliches Rücktrittsrecht
  • einen Aufhebungsvertrag
  • vorsätzlichen Vertragsbruch herbeigeführt werden.

Ein rechtzeitig festgeschriebenes Rücktrittsrecht ist die im Zweifelsfall komfortabelste Lösung, sie steht allerdings im Widerspruch zur beabsichtigten Bindungswirkung des Erbvertrags. Ein Aufhebungsvertrag bedarf der Zustimmung beider Vertragspartner. In manchen Fällen bleibt damit allein der bewusste Vertragsbruch als Möglichkeit zum Ausstieg aus einer getroffenen Vereinbarung. Unabhängig von den individuellen Absichten eines Vertragspartners, kann ein Erblasser auch vom Vertrag zurücktreten, wenn der begünstigte Erbe durch ein Verhalten erbunwürdig geworden ist, das auch den Pflichtteilsanspruch aufheben würde (etwa ein Angriff auf den Erblasser, ein Gefängnisaufenthalt oder psychische Erkrankungen).

Erbvertrag anfechten oder aufheben

Wie bereits erwähnt, kann ein Erbvertrag zum Schutz der Vertragsparteien nicht einseitig verändert oder widerrufen werden – kommt es zu Situationen, in denen der Erblasser oder Erbe Änderungen am bestehenden Vertrag vornehmen will, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Anfechtung: Die Anfechtung ist eine der einzigen Möglichkeiten, mit denen der Erblasser den bestehen Erbvertrag ändern kann, ohne die Zustimmung des Begünstigten einholen zu müssen. Um einen Erbvertrag anzufechten, muss der Erblasser gegenüber dem Nachlassgericht eine Anfechtungserklärung abgeben.
  • Rücktritt: Ein Rücktritt vom Erbvertrag ist zulässig, wenn der bestehende Vertrag eine Vereinbarung zum Rücktrittsrecht enthält, die sich auf den gesamten Erbvertrag bezieht oder einzelne Verfügungen betrifft. Des Weiteren kann der Erblasser vom gesetzlichen Rücktrittsrecht Gebrauch machen, beispielsweise wenn der Begünstigte dem Erblasser oder anderen Familienangehörigen nach dem Leben trachtet oder zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr ohne Bewährung verurteilt wurde.
  • Aufhebung: Um einen Erbvertrag aufzuheben, muss die Ungültigkeit vor einem Notar deklariert werden. Entweder in Form eines Aufhebungsvertrages oder eines neuen Erbvertrages. Im Rahmen einer Ehe ist es ebenfalls möglich, den ehelichen Erbvertrag aufzuheben, zum Beispiel durch ein gemeinschaftliches Testament der Eheleute – sogar, wenn der Erbvertrag bereits vor dem Schließender Ehe aufgesetzt wurde.

Erbvertrag an einen Ehevertrag knüpfen

Ein Erbvertrag kann nicht nur als alleinstehendes Dokument aufgesetzt werden - er kann auch mit den Bestimmungen eines Ehevertrags verknüpft werden. Allerdings bedarf es dazu intensiver gemeinsamer Absitmmung und anwaltlicher, bzw. notarieller Begleitung. Ein Erbvertrag verliert seine Wirksamkeit dann nämlich, wenn die vertraglich geregelte Ehe geschieden wird - es sei denn, die gegenseitige Erbeinsetzung wird davon ausgenommen.

Wie verhält sich der Erbvertrag zum Pflichtteil?

Ein Pflichtteilsanspruch berechtigter Erben besteht auch, wenn ein Erblasser einen Erbvertrag aufsetzt. Der Pflichtteilsanspruch besteht ähnlich wie beim Testament auch dann, wenn der Verfasser des Erbvertrags einen Angehörigen enterben möchte. Der Anteil am Nachlass bleibt also prinzipiell auch dann erhalten, wenn er im Erbvertrag explizit vom Erbe ausgeschlossen worden ist. Trotzdem kann der Erbvertrag dazu genutzt werden, den Anspruch eines Erben auf seinen Pflichtteil zu verhindern - etwa durch eine Pflichtteilsstrafklausel.

Erbvertrag Muster: Download per Mausklick

Bitte beachten Sie, dass das von uns zur Verfügung gestellte Muster eines Erbvertrages nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Wirksamkeit erhebt, sondern lediglich zur Veranschaulichung dient. Wenn Sie für den Fall Ihres Todes vorsorgen möchten und beispielsweise Ihre Kinder zu begünstigten Erben ernennen wollen, dann müssen Sie dies stets im Beisein eines Notars durchführen.