Pflegegrad beantragen: So geht's mit unserer Vorlage
Pflege­grad beantragen: Vorlage als Muster
  • Wer Leistungen der Pflege­kasse in Anspruch nehmen möchte, muss einen Pflege­grad vorweisen können. Dafür müssen Sie bei der Pflege­kasse einen Pflege­grad beantragen.
  • Der Antrag muss nicht nur eine gewisse Form erfüllen, sondern enthält auch Angaben zum Antragsteller und sofern er bereits Hilfe in Anspruch nimmt auch von der Pflege­person.
  • Voraussetzung dafür, dass Sie einen Antrag stellen können, ist, dass sie mindestens zwei der vergangenen zehn Jahre in die gesetzliche Pflege­kasse oder private Pflege­versicherung eingezahlt haben.
Pflegegrad beantragen: So geht's mit unserer Vorlage
Beispielvorlage
Hinweis: Es handelt sich lediglich um eine Beispielvorlage zur Anschauung.

Pflege­grad beantragen: So geht's mit unserer Vorlage

Wir erklären, wie Sie einen Pflege­grad beantragen und unterstützen Sie mit unserem kostenlosen Vordruck! Jetzt herunterladen und Antrag stellen.

Wer pflegebedürftig ist, benötigt Unterstützung. Voraussetzung für Leistungen der Pflegeversicherung ist ein Pflegegrad, der bei der zuständigen Pflegekasse bzw. Pflegeversicherung beantragt und von ihr bewilligt werden muss. Erst wenn ein Pflegegrad anerkannt wurde, haben Betroffene Zugriff auf ein breites Spektrum von Leistungen der Pflegeversicherung. Wir erklären, wie Betroffene oder pflegende Angehörige einen Pflegegrad beantragen, um Unterstützung zur Pflege in Anspruch nehmen zu können.

Hinweis: Bis Ende 2016 mussten Betroffene eine Pflegestufe beantragen, wenn sie pflegebedürftig wurden. Heute gibt es keine Pflegestufen mehr, sondern nur noch Pflegegrade. An der Art der Beantragung allerdings hat sich kaum etwas geändert

Wie kann ich einen Pflegegrad beantragen?

Nutzen Sie unsere Vorlage, um einen Pflegegrad zu beantragen. Laden Sie das Muster herunter, drucken Sie es aus und tragen Sie Ihre Angaben ein. Der Antrag auf Bewilligung eines Pflegegrads wird bei der zuständigen Pflegekasse eingereicht, die üblicherweise bei der eigenen Krankenkasse angesiedelt ist. Dazu ist es notwendig, dass der Pflegebedürftige seinen Antrag persönlich stellt, allerdings kann auch ein rechtlicher Betreuer oder ein Bevollmächtigter z.B. im Rahmen einer Vorsorgevollmacht damit beauftragt werden. Der Postweg genügt dazu ebenso wie eine E-Mail, ein Fax oder ein persönlicher Anruf. Wir raten allerdings zur Schriftform, damit belegt werden kann, wann Pflegeleistungen beantragt wurden. Das gilt für alle Pflegegrade (früher: Pflegestufen). Briefe können Sie an die Ihre Krankenkasse mit dem Vermerk adressieren, dass der Antrag an die zuständige Pflegekasse weitergeleitet werden soll. Häufig bekommen Antragssteller anschließend ein offizielles Antragsformular mit standardisierten Fragen zugeschickt.

Gut zu wissen: Einen Pflegegrad können Sie formlos beantragen. Ein Betreff „Antrag auf Leistungen der Pflegekasse“ oder „Antrag auf Erteilung eines Pflegegrads“ genügt üblicherweise.

Pflegegrad beantragen: Antrag wird gestempelt
Pflege­grad beantragen: Nach der medizinischen Begutachtung entscheidet die zuständige Pflege­kasse über die Zuerkennung eines Pflege­grads.

Wo erhalten Antragsteller Hilfe?

Da das offizielle Antragsformular eine Vielzahl versicherungstechnischer Fachbegriffe und Kategorien enthält, kann es sinnvoll sein, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich können Sie sich dazu auch direkt an Ihre Pflegekasse wenden, aber auch Pflegeberatungsstellen stehen Ihnen dazu zur Verfügung. Weitere Beratungsstellen finden Sie in unserem Ratgeberartikel zur Pflegeberatung. Kommen Sie mit dem Ausfüllen des Antrags nicht zurecht, muss Ihnen die Pflegekasse sogar innerhalb von zwei Wochen einen geeigneten Ansprechpartner nennen, an den Sie sich wenden können. Regulär steht Ihnen zum Beispiel das Zentrum für Qualität in der Pflege online oder telefonisch zur Verfügung. Privatversicherte können sich an das Portal Pflegeberatung.de der privaten Krankenversicherungen wenden. Es kann sinnvoll sein, gerade beim Erstantrag nur die notwendigsten Angaben zu machen und die tatsächliche Einstufung der darauffolgenden Begutachtung zu überlassen.

Wann sollten Sie einen Pflegegrad beantragen?

Pflegebedürftigkeit kann unvermittelt eintreten – etwa als Folge eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts oder als Folge fortschreitender Alterserscheinungen. Meistens werden Angehörige zuerst aufmerksam auf die abnehmende Selbständigkeit und Versorgungsfähigkeit der betroffenen Person. Hilfe im Alltag wird kontinuierlich wichtiger, Betroffene benötigen kontinuierliche Pflege.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte ein Antrag auf Pflegeleistungen bzw. Erteilung eines Pflegegrades eingereicht werden. Denn Pflegebedürftigkeit beginnt nicht mit Bettlägerigkeit, sie äußert sich üblicherweise zunächst in Form dauerhafter alltäglicher Einschränkungen. Sobald die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dauerhaft herabgesetzt ist, können Betroffene einen Pflegegrad beantragen, um Mittel für die Pflege zu nutzen.

Prinzipiell sollten Betroffene frühzeitig aktiv werden. Wer abwartet, ob sich die Situation nicht doch von allein bessert, verzichtet im Zweifelsfall auf viel Geld. Leistungen der Pflegekassen können prinzipiell ab dem Monat der Antragstellung bewilligt werden, um in dringenden Fällen schnell eine Verbesserung der Situation durch Pflege zu bewirken. Ergänzend zu den Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse ist es generell sinnvoll, schon zu gesunden Zeiten eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die wichtigste Eingangsvoraussetzung zur Beantragung eines Pflegegrads ist, dass der Betroffene mindestens zwei der vergangenen zehn Jahre in die soziale Pflegeversicherung eingezahlt hat. In Frage kommen dafür alle gesetzlichen Pflegekassen und private Pflichtversicherungen. Den Antragstellung kostet Sie nichts.

Wie geht es nach dem Antrag weiter?

Nachdem der Antrag bei der Pflegekasse eingegangen ist, wird ein offizieller Gutachter Kontakt mit Ihnen oder Ihrem Bevollmächtigten bzw. Ihrem rechtlichen Betreuer aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Bei diesem Termin verschafft sich der Gutachter vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) oder von MEDICPROOF, dem Dienst der privaten Versicherer, einen Eindruck von Ihrem tatsächlichen Zustand. Wie Sie sich auf den Termin der MDK-Begutachtung vorbereiten können, erläutern wir in unserem Begleitartikel.

Abschließend erhalten Sie einen Bescheid Ihrer Pflegekasse mit der Mitteilung, ob Ihnen ein Pflegegrad zugesprochen wurde und welchen Pflegegrad Sie künftig in Anspruch nehmen können. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, können Sie gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen, etwa mit unserer Vorlage für einen Widerspruch bei Ihrer Krankenkasse. Wenn Sie bereits einen Pflegegrad haben und Ihren bestehenden Pflegegrad erhöhen möchten, können Sie dafür unsere passende Vorlage nutzen.

Welche Leistungen zur Pflege erhalte ich?

Wird Pflegebedürftigkeit festgestellt, hängt es von der Höhe des Pflegegrads und der der Art der Pflege ab, welche Mittel Versicherte in Anspruch nehmen können. Während Betroffene mit Pflegegrad 1 lediglich eine Art finanzieller Basisunterstützung in Form von 125€ monatlichem Entlastungsbetrag erhalten, werden ab Pflegegrad 2 bereits weitergehende Mittel bewilligt. Bei häuslicher Pflege können etwa Pflegegeld oder Pflegesachleistungen in Anspruch genommen werden, bei Pflege im Pflegeheim, wird die stationäre Pflege von der Pflegekasse direkt bezuschusst, einen Teil der Kosten im Pflegeheim muss der Versicherte jedoch selbst tragen. Darüber hinaus gibt es Mittel zur Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege und für Pflegehilfsmittel. Die höchsten Beträge werden bei Pflegegrad 4 und Pflegegrad 5 bewilligt.

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