Unternehmensnachfolge: Checkliste für die Übergabe
Vorlage: Checkliste für Unternehmens­nachfolge und -übernahme
  • Mehr als eine halbe Million mittelständische Unternehmen suchen Stand 2020 einen Nachfolger
  • Vor der Übernahme eines Unternehmens ist es nicht nur wichtig, eine Marktanalyse vorzunehmen. Auch Firmenstruktur, rechtliche Bestimmungen und finanzielle Aspekte sind für eine gelungene Unternehmensübergabe entscheidend.
  • Für Entscheider und Interessenten: Unsere Checkliste für die wichtigsten Dokumente und Informationen
Unternehmensnachfolge: Checkliste für die Übergabe
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Hinweis: Es handelt sich lediglich um eine Beispielvorlage zur Anschauung.

Unternehmens­nachfolge: Checkliste für die Übergabe

Mit unserer umfangreichen Checkliste für die Unternehmens­nachfolge organisieren Mittelständler eine reibungslose Betriebsübergabe. Jetzt herunterladen!

Mehr als eine halbe Million mittelständische Unternehmen in Deutschland standen 2018 vor der Herausforderung, die Nachfolge in der Geschäftsleitung zu regeln, so eine KfW-Studie aus dem selben Jahr. Steht die aktuelle Generation der Unternehmensführung vor dem Wechsel in den wohlverdienten Ruhestand, gilt es, die Nachfolge solide und mit ruhiger Hand zu regeln – idealerweise mit einer passgenauen Lösung, die die Vorstellungen alter und neuer Führungsriege miteinander in Einklang bringen.

Und das Interesse an den Möglichkeiten steigt – ebenfalls von der KfW liegt bereits seit 2019 eine weitere Untersuchung vor. Sie zeigt, dass immer mehr Unternehmen ihre Planungen auf hohem Niveau konsolidieren. Zwar findet die Hälfte der Unternehmen einen Nachfolger im engeren Familienkreis des Gründers oder bisherigen Eigners, ca. 50 Prozent aller Unternehmen werden jedoch einem Nachfolger weitergeführt, der von außen ins Unternehmen eintritt.

Doch den gilt es erstmal zu finden. Wollen Sie Ihr Unternehmen einem Nachfolger übergeben, ist die Erstellung eines umfassenden Unternehmenskonzeptes sinnvoll, beziehen Sie dabei die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens ein. Unsere kostenlose Checkliste zur Unternehmensnachfolge hilft Ihnen die wichtigsten Informationen der Nachfolge zu bündeln und deckt Basisinformationen, rechtliche Bestimmungen, aber auch die Marktanalyse sowie wichtige Fragen zu der gegebenen Mitarbeitersituation ab.

Was ist zu beachten?

Am Anfang jeder Unternehmensnachfolge stehen Grundsatzfragen – Warum überhaupt einen Nachfolger suchen? Gerade in Familienunternehmen ist immer wieder zu klären, ob und wie die Zukunft des eigenen Unternehmens im Schoß der Familie bleiben kann. Aber auch ohne familiäre Bindungen stellen sich Fragen, die nicht immer nur anhand von nüchternem Zahlenmaterial zu beantworten sind.
Die eigene Unternehmensnachfolge ist für viele Gründer und Unternehmer nicht einfach ein notwendiger Prozess, häufig ist sie auch Teil der eigenen Nachlassregelung, manchmal sogar die Regelung des eigenen Vermächtnisses. Entsprechend wichtig ist es oft genug neben rechtlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen auch persönliche Aspekte, ursprüngliche Absichten und Prioritäten in eine nachhaltige Nachfolgeregelung einzubringen.

Klemmbrett mit Stichpunkten: Suchen, finden, durchstarten
Wenn's mal nur so einfach wäre - eine Unternehmens­nachfolge will gut geplant und sorgfältig umgesetzt werden.

Maßgeblich ist es, sich rechtzeitig ein eigenes Bild davon zu machen, welche Absichten bei der Nachfolgeregelung im Vordergrund stehen sollten – und ein geeignetes Prozedere mit klaren Positionen und Aufgaben zur Übergabe zu etablieren. Je früher, desto besser. Dabei muss eine Übergabe keinesfalls wie ein chirurgischer Eingriff konzipiert sein, auch der „Rückzug auf Raten“ kann in vielen Fällen eine sinnvolle Option sein – etwa um einen Nachfolger in das Unternehmen und bei Partnern einzuführen, wichtiges Wissen Zug um Zug weiterzugeben und Mitarbeitern Stabilität und Kontinuität zu signalisieren. Und auch für den avisierten Nachfolger kann ein solches Vorgehen von Vorteil sein – der Beweisdruck ist in der Regel deutlich geringer, wenn ein künftiger Unternehmer schrittweise Einblick in Prozesse, Strukturen und Geschäftsfelder erhält – idealerweise vom langjährigen Vorgänger persönlich.

Nachfolge ist auch attraktiv für Gründer

Immer weniger Unternehmensgründungen treffen auf immer mehr Unternehmen, die nach einem geeigneten Nachfolger suchen. Während im Jahr 2001 noch 1,5 Millionen Unternehmen gegründet worden sind, waren es 2017 noch gerade einmal rund 550.000. Für unternehmerisch denkende Personen tut sich mit der Nachfolge eine Möglichkeit auf, in eine verantwortliche Position aufzurücken – ohne den schmerzhaften Prozess der Gründung vollziehen zu müssen. So übernimmt der Nachfolger direkt Büro- und Gewerbeflächen, aber auch Mitarbeiter mit Erfahrung, oft genug auch einen etablierten Unternehmensnamen mit solidem Ruf und vieles mehr.

Wichtige Fragen zur Nachfolgeregelung

„Viele sind berufen, doch nur wenige sind auserwählt“, heißt es schon im Alten Testament. Vor ähnlichen Problemen stehen Unternehmer auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Dabei stellen sich allen Unternehmenslenkern immer wieder dieselben Grundfragen:

  • Wie gelingt die Unternehmensnachfolge konfliktfrei?
  • Wo finde ich geeignete Kandidaten und wie wird ein Nachfolger richtig ausgewählt?
  • Wann und wie kann ich einen potenziellen Unternehmensnachfolger optimal auf die Staffelstabübergabe vorbereiten?

Unternehmensnachfolge ist anspruchsvoll: Vollmachten müssen erteilt oder ggf. entzogen werden, Prokura erteilt, und passende Rechtskonstruktionen bzw. Unternehmensstrukturen gefunden werden. Handelt es sich um ein Unternehmen im Familienbesitz, müssen u.U. auch noch Fragen aus dem Bereich des Erbrechts geklärt werden. Dabei sollten auch unternehmensinterne Strukturen berücksichtigt werden. Je unklarer die Zukunft des Unternehmens, desto schlechter ist es für den Unternehmenszusammenhalt, ggf. sollten auch Betriebsrat und Aufsichtspersonen rechtzeitig ins Bild gesetzt werden. Eine Checkliste für die Unternehmensnachfolge kann helfen, alle wichtigen Fragen im Blick zu behalten.

Unternehmensnachfolge: Eine Geschäftsfrau reicht ihrem Verhandlungspartner die Hand
Idealerweise im Einvernehmen: Eine gelungene Unternehmens­nachfolge ist das Ergebnis eines sorgfältig vorbereiteten Ablaufs.

Grundlagen der Unternehmensnachfolge

Zu einer “sauberen” Übergabe gehört Detailverliebtheit, nicht nur die Übertragung des Firmennamens. Genehmigungen und Patente müssen überführt werden, arbeitsrechtliche und tarifliche Besonderheiten, aber auch Wettbewerbsverbote wollen rechtzeitig kommuniziert sein.
Alteigentümer sollten auch ihre Wünsche für das Unternehmen festhalten: Soll es bleiben, wie es ist? Was kann und muss verändert werden? Und wo liegen Stärken und Schwächen? Alte und neue Unternehmenslenker sollten bemüht sein, ein strategisches Einvernehmen zu erzielen, auch wenn das für beide Seiten nicht zwingend erforderlich ist. Allzu große Veränderungen werden von Stammkunden und auch Mitarbeitern meist kritisch aufgenommen. Besser ist es, Veränderungen Schritt für Schritt einzuführen - oder aber sie bereits im Zuge der Transformation noch in Zusammenarbeit mit dem bisherigen Unternehmer ins Werk zu setzen.

Erste Schritte und Betriebsprüfung

Arbeiten Sie klar heraus, warum Sie für Ihr Unternehmen einen Nachfolger suchen. Setzen Sie sich ein zeitliches Ziel, bis wann Sie einen geeigneten Bewerber gefunden haben möchten. Für die Suche können Sie z.B. Online-Börsen nutzen, etwa nexxt-change, das als Service des Bundesministeriums für Energie und Wirtschaft betrieben wird. Aber auch Inserate in Branchenmagazinen können ein sinnvoller Weg zur Nachfolgersuche sein.

Bereiten Sie alle rechtlichen Grundlagen des Unternehmens vor, darunter fallen beispielsweise alle bau- und gewerberechtlichen Zulassungen. Tragen Sie ggf. alle Informationen zur Betriebsstättenerlaubnis zusammen und klären Sie, ob in absehbarer Zeit eine neue Erlaubnis beantragt werden muss, etwa wenn größere Umbauarbeiten vorgenommen werden. Vor allem in Bereichen wie der Gastronomie oder Lebensmittelbranche ist das notwendig. Welche Voraussetzungen muss ein Nachfolger erfüllen, damit die Industrie- und Handelskammer die Übernahme des Betriebes genehmigt? Wird beispielsweise ein Meistertitel benötigt? Handelt es sich um eine zulassungspflichtige Handwerksfirma, bei der es verpflichtend ist, Mitglied in der ortsansässigen Handwerkskammer zu sein?

Marktanalyse & Bilanzen des Unternehmens

Die Marktanalyse ist der langfristige Wetterbericht eines Unternehmens. In ihr werden Marktsituation Wettbewerber, Außenwahrnehmung etc. festgehalten. Eine vollständige Analyse bietet eine sehr gute Entscheidungsgrundlage, ob es für einen potentiellen Kandidaten sinnvoll ist, ein Unternehmen weiterzuführen. Dabei spielt beispielsweise eine Rolle, wie das Unternehmensimage von den Kunden, den Lieferanten und auch den Banken wahrgenommen wird.

Hat die Firma eine positive Außenwahrnehmung oder gibt es Schwächen? Sind die Kundenbeziehungen stabil, und gibt es einen soliden Kundenstamm? Wie realistisch ist es, neue Kunden zu generieren? Dabei wird auch die Wettbewerbersituation betrachtet. Handelt es sich um kleinere Wettbewerber oder um große, die in direkter Konkurrenz zum Unternehmen stehen? Was sind die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens im Vergleich zu den Wettbewerbern? Erfüllt Ihr Betrieb beispielsweise Kundenbedürfnisse besser als Konkurrenten?

Geben Sie dem Interessenten wenigstens eine Übersicht der drei letzten Bilanzen sowie zeitnahe betriebswirtschaftliche Auswertungen. Lassen Sie die Bilanzprüfung am besten von einem Experten durchführen oder abschließend beurteilen. Sollten sich nach der Unternehmensübergabe Unstimmigkeiten ergeben, kann der Nachfolger Regressforderungen stellen.
Auch sollte eine realistische Auskunft über die aktuelle Auftragslage und dem aktuellen Lagerbestand gegeben werden. Geben Sie eine möglichst genaue IST-Beschreibung und benennen Sie neben der Auftragslage auch Lieferanten, Lieferketten und Kostenstrukturen.
Ein weiterer wichtiger Punkt in der Unternehmensanalyse ist der Personalstamm: Wie sieht die Mitarbeiterstruktur aus? Welchen Arten von Arbeitsverträgen bestehen? Sind Familienangehörige mit sogenannten Eheverträgen angestellt? Müssen besondere arbeitsrechtliche Angaben beachtet werden, beispielsweise zum Kündigungsschutz?

Werkshalle oder Fabrikhalle in Weiß mit großem Traversenkran
Produktionsort, Liegenschaft und Verantwortungsbereich: Unternehmensimmobilien sind alles auf einmal - das wird bei jeder Unternehmensübergabe immer wieder offensichtlich.

Unternehmensnachfolge: Kaufpreis bestimmen

Auf Grundlage Ihrer erstellten Analyse können Sie den Unternehmenswert ermitteln und einen für beide Seiten akzeptablen Kaufpreis vereinbaren. Behalten Sie jedoch im Hinterkopf, dass im Zuge der Vertragsverhandlungen auch weitere Kosten wie Abwicklungskosten aus Sachinvestitionen, Abfindungszahlungen an Mitarbeiter sowie Kosten für Notare, Wirtschaftsprüfer und Anwälte in die tatsächlich vereinbare Kaufsumme einfließen.

Nachfolger gefunden: Einarbeitung ins Unternehmen

Unternehmer sollten ihre Nachfolger dabei unterstützen, Fuß in Ihrem „alten” und seinem „neuen” Unternehmen zu fassen. Dazu gehört natürlich die Einführung bei Unternehmensführungskräften und Mitarbeitern, aber auch bei Geschäftspartnern, Lieferanten und ggf. öffentlichen Stellen. Es kann auch hilfreich sein, wenn der Alteigentümer für den Übergang als Berater im Unternehmen angestellt bleibt. Auf diese Weise ist es dem neuen Unternehmer möglich, sich auf das fremde Tagesgeschäft zu konzentrieren und sich in die Stärken und Schwächen des Unternehmens einzuarbeiten. Auch in die Unternehmenstraditionen kann er sich auf diese Weise denken, die auf diese Weise ggf. zunächst fortgeführt werden, um keine Kunden zu verschrecken.

Unternehmen übernehmen mit Checkliste

Der letzte Schritt zur erfolgreichen Übergabe eines Unternehmens ist die Gestaltung des Übernahmevertrags. Dabei helfen Ihnen alle Schritte und Fragen, die mit Hilfe unserer Checkliste zur Unternehmensnachfolge und -übernahme zusammengestellt werden.
Gehen Sie vor der Vertragsunterzeichnung noch einmal alle Punkte der Checkliste durch, damit Sie nichts Entscheidendes vergessen haben.

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