Betreuungs​verfügung: Entscheiden Sie, wer Sie vertreten darf.
Grünes Häkchen
Vertretung im Ernstfall
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Nutzen Sie die Möglichkeit, eine vertraute Person zum Betreuer zu bestellen.
Grünes Häkchen
Ihre Präferenzen zählen
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Liegt eine Betreuungverfügung vor, muss das Gericht Ihre Wünsche einbeziehen.
Grünes Häkchen
Betreuung unter Aufsicht des Gerichts
Ihr rechtlicher Betreuer bleibt in seinen Entscheidungen unter gerichtlicher Aufsicht.

Betreuungsverfügung von Afilio

Entscheiden Sie selbst, wer sie vertreten soll - mit Afilio.

Darum ist eine Betreuungs​verfügung sinnvoll

Praktisch jeder von uns kann in eine Situation geraten, in der er nicht länger in der Lage ist, eigenverantwortliche Entscheidungen zutreffen, etwa nach einem schwerwiegenden Unfall, einer gravierenden Erkrankung, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt. In einem solchen Fall kann das zuständige Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen, der die wichtigsten Entscheidungen z.B. über die Unterbringung in einem Pflegeheim oder zu medizinischen Behandlungen für den Betroffenen fällt. Liegt dem Gericht allerdings eine Betreuungsverfügung vor, wird es sich bemühen, Ihre darin festgelegten Wünsche und Vorstellungen zu berücksichtigen. Denn eine Betreuungsverfügung teilt dem Gericht mit, wen Sie persönlich als rechtlichen Betreuer bevorzugen würden. Sie benötigen die Betreuungsverfügung dann, wenn Sie keine Vorsorgevollmacht erteilt und hinterlegt haben, mit ihr können Sie Ihren Bevollmächtigten selbst auswählen.

Wer wählt den Betreuer aus?

Beim Betreuer handelt es sich um einen gesetzlichen Vertreter, der auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen und nach Eignungskriterien eingesetzt wird. Gerichte sind dazu angehalten, nach einem rechtlichen Betreuer im Verwandtenkreis zu suchen, sie können jedoch prinzipiell eine vollständig fremde Person einsetzen. Die Betreuungsverfügung dient dazu, die Präferenzen des Betroffenen bei der Auswahl der Betreuungsperson festzuhalten. Das Betreuungsgericht muss eine oder mehrere der in der Betreuungsverfügung vorgeschlagenen Personen zumindest in seine Auswahl einbeziehen.

Wann tritt die Betreuungs​verfügung in Kraft?

Im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht gilt eine Betreuungsverfügung nicht unmittelbar sobald der Notfall eintritt. Erst muss das zuständige Betreuungsgericht entscheiden, wer als rechtlicher Betreuer eingesetzt wird. Darum ist es notwendig, eine Betreuungsverfügung auch so zu hinterlegen, dass sie dem zuständigen Betreuungsgericht bekannt wird. Darum besteht eine gesetzliche Einlieferungspflicht von Betreuungsverfügungen beim zuständigen Gericht, sobald der Ernstfall eingetreten ist und einem Angehörigen, einem Pfleger oder einer sonstigen Person das Vorhandensein eines solchen Dokuments bekannt ist (§ 1901cBGB). Einzelne Bundesländer bieten auch die Möglichkeit, eine Betreuungsverfügung vorab bei Gericht zu hinterlegen. In allen übrigen Fällen kann die Betreuungsverfügung auch im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer hinterlegt werden, wenn sie gemeinsam mit einer Vorsorgevollmacht eingereicht wird.

Welche Aufgaben nimmt der Betreuer wahr?

Der gesetzliche Betreuer wahrt die Interessen des Betreuten. Neben der Gesundheitsfürsorge und der Bestimmung des Aufenthalts trägt der Betreuer Sorge für die Vermögens- und Wohnungsangelegenheiten des Betroffenen, sowie für den gesamten Verkehr des Betroffenen mit öffentlichen Stellen wie Behörden und Sozialversicherung oder Versicherungsträgern. Dabei hat der Betreuer nicht nur die Pflicht, diese Aufgaben so zu erledigen, dass es dem Wohl der betreuten Person entspricht, er muss nach § 1901 Absatz 2 BGB auch dessen explizite Wünsche berücksichtigen, sofern sie im Einklang mit seinem Wohl stehen. Für einschneidende Maßnahmen wie die Kündigung eines Mietvertrags, der noch vom Betreuten geschlossen worden ist, benötigt der Betreuer die ausdrückliche Zustimmung des für ihn zuständigen Betreuungsgerichts.

Vor allem im Hinblick auf das Vermögen des Betroffenen muss der Betreuer größte Sorgfalt walten lassen, um die Interessen seines Schützlings nachweislich wahrzunehmen. Dazu gehört zum einen die strikte Trennung der Konten des Betreuten von den eigenen. Der Betreuer darf Dritten auch allenfalls Gelegenheitsgeschenke machen – und diese auch nur dann, wenn sie dem Wunsch des Betreuten entsprechen würden.

Der Betreuer wird vom Gericht kontrolliert

Der feine Unterschied: Anders als bei der Vorsorgevollmacht ist der Betroffene nicht allein darauf angewiesen seinem Bevollmächtigten zu vertrauen. Ein rechtlicher Betreuer wird vom Betreuungsgericht kontrolliert. Regelt Ihr Betreuer auch Ihre Vermögensangelegenheiten, dann ist er dem Gericht Rechenschaft über seine Entscheidungen schuldig, muss auf Anweisung ein regelmäßig aktualsiertes Vermögensverzeichnis und Einnahmen und Ausgaben der betreuten Person mit Kontoauszügen und Belegen protokollieren.

Was kostet eine Betreuungs​verfügung?

Wenn keine Vorsorgevollmacht vorliegt und es tatsächlich notwendig ist, einen gerichtlichen Betreuer einzusetzen, erhebt das Gericht üblicherweise amtliche Gerichtskosten von rund 200€. Das ist auch der Fall, wenn Eheleute füreinander die Betreuung übernehmen. Die Kosten hängen außerdem von der Höhe des Privatvermögens des Betreuers ab. Die bevorzugte Vertrauensperson muss vor Gericht explizite Angaben zu ihrer eigenen Vermögenssituation machen. Wenn es sich um eine reine Personenbetreuung handelt, liegen die Maximalkosten allerdings Stand 2019 bei 300€.

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