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Patientenverfügung von Afilio

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Was ist eine Patienten​verfügung?

Die Patientenverfügung hält fest, welche medizinische Versorgung ihr Verfasser wünscht oder ablehnt, wenn er im Ernstfall vorübergehend oder dauerhaft nicht in der Lage ist, seinen Willen mitzuteilen. Alle im Rahmen einer gültigen Patientenverfügung festgelegten Wünsche und Vorbehalte sind für Ärzte genauso verbindlich als hätte sie ihr Verfasser persönlich geäußert.

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Warum brauche ich eine Patienten​verfügung?

Mit der Patientenverfügung ist es möglich, behandelnden Ärzten mitzuteilen, welche Behandlungsmethoden Sie wünschen oder ablehnen. Liegt keine Verfügung vor, können behandelnde Ärzte nur Vermutungen über den Willen eines Patienten anstellen und dürfen dabei davon ausgehen, dass es in seinem Interesse ist, ihn mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln am Leben zu halten. Wer keine Vorsorgedokumente für den Ernstfall hinterlegt hat, muss im Zweifelsfall akzeptiere bis an die Grenze des medizinisch machbaren am Leben gehalten zu werden - zu Bedingungen und für eine Dauer, die er oder sie bei Bewusstsein möglicherweise für sich abgelehnt hätte.

Welche medizinischen Bereiche werden abgedeckt?

Eine Patientenverfügung regelt im Idealfall umfassend alle Bereiche der medizinischen Notfallbegleitung. Ergänzt um die wichtigsten Vorstellungen und Maßstäbe ihres Verfassers vermittelt sie im Idealfall ein umfassendes Bild vom gewünschten Behandlungsweg. Das ist gerade in Fällen entscheidend, in denen nicht mit einer baldigen Genesung des Verfassers zu rechnen ist.

Diese Informationen enthält eine Patientenverfügung:

Unser webbasierter Assistent für Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist ideal für die wirksame Vorsorge. Mit Afilio hat jeder Betroffene die Gewissheit, auf die entscheidenden Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Sind Ärzte an meine Verfügung gebunden?

Ja, mit einer rechtzeitig aufgesetzten Patientenverfügung ist Ihr Wille für alle ärztlichen Entscheidungen maßgeblich, denn ein Arzt ist an den Willen des Patienten gesetzlich gebunden (§ 630d BGB). Und auch für Angehörige, gerichtliche Betreuer oder Bevollmächtigte ist die Patientenverfügung verbindlich. Sie schafft Handlungssicherheit: Gemeinsam mit behandelnden Ärzten ist eine Vertrauensperson in ihren Entscheidungen nicht nur an die Vorgaben der Verfügung gebunden, sie profitiert auch von einem sicheren und verbindlichen Handlungsrahmen.

Wann tritt die Verfügung in Kraft?

Bewusste, mündliche Aussagen haben immer Vorrang gegenüber schriftlichen Festlegungen. Erst wenn der Verfasser der Patientenverfügung eindeutig nicht mehr in der Lage ist seinen freien Willen zu äußern, greift die Verfügung.

Was geschieht, wenn keine Patientenverfügung vorliegt?

Wenn keine aktuelle Patientenverfügung vorliegt, sind Ärzte und Pfleger prinzipiell an den Willen des Patienten gebunden, das gilt auch, wenn eine vorliegende Patientenverfügung veraltet oder aufgrund von Formfehlern ungültig ist. Die große Herausforderung besteht darin, herauszufinden, worin der tatsächliche Willen des Betroffenen besteht.
Ohne eindeutige Aussagen und rechtlich bindende Verfügungen des Betroffenen muss das medizinische Personal daher von seinem "mutmaßlichen" Willen ausgehen. Im Zweifel bedeutet das, dass alles medizinisch Mögliche getan wird, um das Leben des Patienten zu erhalten - auch um den Preis eines Daseins in völliger Abhängigkeit von lebenserhaltenden Maschinen.
Auch Angehörige, Bevollmächtigte oder gerichtlich bestellte Betreuer sind dann auf die Vermutung angewiesen, dass der Erhalt des Lebens höchste Priorität hat. Obwohl die Einbeziehung persönlicher Wünsche vom Gesetzgeber ausdrücklich vorgesehen ist, fehlt es ohne gültige Vorsorgedokumente an verbindlichen Anhaltspunkten dafür, welche Behandlung ein Betroffener akzeptiert und welche er ablehnt.

„Der mutmaßliche Wille ist aufgrund konkreter Anhaltspunkte zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind insbesondere frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische oder religiöse Überzeugungen und sonstige persönliche Wertvorstellungen des Betreuten.“ – § 1901a BGB Abs. 2 Satz 2 und 3

Eine Patientenverfügung bewahrt das Recht auf Selbstbestimmung. Sie macht es möglich, frei über das eigene Schicksal für eine Zeit zu entscheiden in der Sie unter Umständen nicht mehr mitteilen können, wie mit Ihnen im Ernstfall umgegangen werden soll.

Wo finde ich eine gültige Patientenverfügung?

Eine gültige Patientenverfügung können Sie unter Zuhilfenahme einer Vorlage anfertigen. Allerdings sollten Sie dann sowohl einen Mediziner als auch einen Rechtsbeistand zu Rate ziehen, um sicherzustellen, dass das von Ihnen aufgesetzte Dokument sowohl den inhaltlichen als auch den formalen Anforderungen zuverlässig entspricht. Informieren Sie sich mit unserer Patientenverfügung Vorlage, wie ein persönliches Vorsorgedokument aussehen könnte (die Vorlage dient nur der Veranschaulichung, keine Vorlage kann individuelle Vorsorgedokumente ersetzen).
Einfacher geht es, wenn Sie den Vorsorgeassistenten von Afilio nutzen, mit dem Sie in wenigen Minuten eine verbindliche, medizinisch eindeutige und wirksame Patientenverfügung erstellen können. Darüber hinaus beraten wir Sie umfassend im Afilio-Blog zu allen wichtigen Vorsorgemaßnahmen.

Was ist zu beachten?

„Eine Patientenverfügung entfaltet nur dann unmittelbare Bindungswirkung, wenn sie neben den Erklärungen zu den ärztlichen Maßnahmen, in die der Ersteller einwilligt oder die er untersagt, auch erkennen lässt, dass sie in der konkreten Behandlungssituation Geltung beanspruchen soll.“

Nach Schätzungen von Experten sind auch heute noch rund 90 Prozent aller ausgestellten Patientenverfügungen ungültig. In den meisten Fällen fehlt es an hinreichend eindeutigen Angaben, um Ärzte und Angehörige in einer bestimmten Notsituation zu unterstützen. In den allermeisten Fällen verwässern ungenaue Formulierungen den Sinn des Schriftstücks. Vor allem in älteren Vorlagen wurden häufig zu pauschale Aussagen getroffen. Eine Willensäußerung wie „Ich wünsche keine lebensverlängernden Maßnahmen“, stellt keine umsetzbare Handlungsanweisung dar, denn bei enger Auslegung wäre bereits das Verabreichen eines Schlucks Wasser am Krankenbett eine lebensverlängernde Maßnahme.

Wer muss unterschreiben? Benötige ich einen Notar?

Eine Patientenverfügung muss nicht notariell beglaubigt werden. Einzig notwendig ist, dass sie vom Verfasser selbst handschriftlich unterzeichnet ist, die eigenhändige Unterschrift gilt als hinreichender Beleg für die Urheberschaft ihres Verfassers.

Wo sollte ich meine Patientenverfügung aufbewahren?

Damit eine Patientenverfügung umgesetzt werden kann, müssen Betreuer oder Bevollmächtigte im Notfall Kenntnis von einer vorliegenden Patientenverfügung haben und jederzeit Zugriff auf sie haben. Im Ernstfall genügt eine Kopie oder ein Hinweis auf den Aufbewahrungsort. Noch sicherer ist es, alle Vorsorgedokumente beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer zu registrieren.

Die 5 wichtigsten Punkte zur Patientenverfügung im Überblick:

  1. Die Patientenverfügung hält den Willen des Betroffenen zur medizinischen Behandlungen fest, wenn er nicht mehr in der Lage ist ihn zu äußern.
  2. Mit einer Patientenverfügung wahrt jeder Betroffene seine Handlungsfreiheit, statt sie in die Hände anderer zu geben. Sie ist Ausdruck des eigenen Selbstbestimmungsrechts.
  3. Patientenverfügungen müssen aktuell und im Notfall schnell auffindbar sein. Kopien bei Bevollmächtigten und dem eigenen Hausarzt können eine wertvolle Ergänzung sein.
  4. Ohne Patientenverfügung versuchen Ärzte und Bevollmächtigte den mutmaßlichen Willen des Betroffenen zu ermitteln. Dabei besteht die Gefahr, letztlich gegen den eigenen Willen behandelt zu werden.
  5. Rund 90 Prozent aller bestehenden Verfügungen ohne Afilio sind wegen mangelnder Genauigkeit unwirksam.
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