Von alten Säcken und unseren Plänen für 2026

vom 03.02.2026
Sonderausgabe: Unsere Neujahrsgrüße an Sie

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

am 22. Dezember des letzten Jahres ist es mir zum ersten Mal passiert: Ich habe ein Gepäckstück im Zug liegen lassen. Einen alten Kleidersack aus Leder. Allerdings mit wertvollem Inhalt: meinem Hochzeitsanzug. Und auch der Sack hat einen sentimentalen Wert für mich, denn ich habe ihn von dem Großvater meiner Frau geerbt.

Also machte ich mich auf die Suche. Dabei habe ich viel gelernt. Zum Beispiel, dass die Deutsche Bahn jedes Jahr über 250.000 Gegenstände findet. Das sind 700 am Tag. 60 % davon können an ihre Eigentümer zurückgegeben werden. Bei hochwertigen Fundstücken (dazu zähle ich meinen Sack) sind es sogar 90 %.

Die Gegenstände werden eine Woche lang im Fundbüro des Zielbahnhofs aufbewahrt und gehen anschließend an das zentrale Fundbüro nach Wuppertal. Dort lagern ständig ca. 15.000 Gegenstände, die jeweils für weitere 90 Tage zur Abholung bereitstehen. Was dann nicht abgeholt wurde, wird versteigert: jeden Donnerstag ab 15 Uhr am Wuppertaler Hauptbahnhof. Der Auktionator entscheidet, ob die Gegenstände einzeln oder im Paket versteigert werden – so gibt es zum Beispiel Überraschungskoffer oder auch Mottokoffer mit verschiedenen Verkleidungsstücken, die in der Karnevalssaison verloren wurden.

Bis auf einen geplanten Ausflug nach Wuppertal im neuen Jahr brachten mir diese Erkenntnisse leider nichts, denn für meinen Zug lag der Endbahnhof in der Schweiz. Die Leistung der Schweizer war aber nicht weniger beeindruckend: Sie fanden meinen Sack an Heiligabend und schickten ihn in das Fundbüro nach St. Gallen. Das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk, und ich war deutlich glücklicher als zwei Tage zuvor, als ich meinen Sack noch nicht verloren hatte.

Daraus kann man lernen, dass man schätzen sollte, was man hat. Dankbarkeit ist sicherlich ein guter Neujahrsvorsatz. In mir hat die Erkenntnis, dass es so schön ist, verlorene Dinge wiederzufinden, über den Jahreswechsel aber noch mehr ausgelöst. Ich habe mich gefragt, was ich über die Jahre eigentlich noch alles verloren habe – und wiederfinden könnte.

Damit meine ich nicht nur Gegenstände, sondern auch Beziehungen, Eigenschaften und Fähigkeiten. Und was ist mit Erinnerungen? Die kann man sicherlich verlieren. Aber kann man sie auch wiederfinden?

Vielleicht ist das neue Jahr ein guter Anlass für eine ganz persönliche „Fundbüro-Inventur“. Gibt es eine Beziehung, die es wert ist, reaktiviert zu werden? Eine Eigenschaft, die Sie an sich selbst vermissen?

Das Wiederfinden dieser immateriellen Schätze ist meist komplizierter als eine Fahrt nach St. Gallen – aber die Freude am Ende ist ungleich größer. Denn wenn schon ein alter Ledersack ein solches Glücksgefühl auslösen kann, was vermag dann erst eine wiedergewonnene Erinnerung oder ein versöhnendes Gespräch?

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein Jahr voller wertvoller Fundstücke.

Afilio Mitgründer & Geschäftsführer

Ihr Till Oltmanns

Vom Suchen zum Gestalten: Unsere Afilio-Neujahrsvorsätze

Da Afilio in den acht Jahren seit Gründung noch nicht genug Zeit hatte, um viel zu verlieren, schauen wir auch in diesem Jahr lieber nach vorne. Und dabei können Sie uns helfen! Denn in der Zeit, in der wir unsere Pläne und Ziele für das neue Jahr festlegen, ist Ihr Feedback ganz besonders wertvoll.

Hier sind unsere vier Schwerpunkte für 2026:

1. Die Afilio-Mitgliedschaft wird noch wertvoller

Wir möchten, dass unsere Dokumente in der Praxis noch besser funktionieren. Zu diesem Zweck arbeiten wir an einem Durchsetzungsservice, bei dem ein Anwalt die Vollmachten und Verfügungen unserer Nutzer durchsetzt, wenn es Probleme gibt. Außerdem möchten wir einen Prüfungsservice anbieten, mit dem unsere Mitglieder ihre Dokumente von einem Anwalt prüfen lassen können. In diesem Zusammenhang denken wir auch über einen „Frag einen Anwalt“-Service nach, mit dem sich Mitglieder mit rechtlichen Fragen an uns wenden können und innerhalb kurzer Zeit eine Antwort von einem Anwalt erhalten.

Uns beschäftigt auch das Thema Online-Betrug, das in Zeiten von künstlicher Intelligenz immer gravierender wird. Unsere Idee ist eine zentrale Anlaufstelle, bei der sich unsere Mitglieder mit verdächtigen Fällen melden können, um eine Experten-Einschätzung dazu zu erhalten, ob es sich bei ihrem Fall um Betrug handelt und wie sie damit umgehen sollen. Das ließe sich um einen Identitätsschutz im Internet und um Leistungen aus der „Cyber-Versicherung“ erweitern, die Schäden durch Online-Betrug ersetzt. Diese Ideen setzen wir natürlich nur dann um, wenn sie bei unseren Nutzern auf ausreichendes Interesse stoßen und aus einer Kosten-Nutzen-Sicht abbildbar sind. Daher sind wir auf Ihr Feedback angewiesen:

Feedback: Welche dieser Leistungen würden Sie sich für die Afilio-Mitgliedschaft wünschen?

2. Ihre Vertrauenspersonen haben jederzeit Zugriff auf alle wichtigen Dokumente

In den meisten unserer Dokumente werden Vertrauenspersonen angegeben, die im Ernstfall Bescheid wissen und auf die Dokumente zugreifen müssen. Dafür gibt es aktuell die Afilio-Notfallkarte, die auch in weiteren Ausführungen für Angehörige bestellt werden kann. Eine geplante Erweiterung ist, dass die Afilio-Plattform aufgebaut ist wie ein Notfallordner, der jederzeit für Angehörige freigegeben werden kann. Vertrauenspersonen können dann in ihrem eigenen Account jederzeit auf wichtige Dokumente und Informationen zugreifen. Wenn wir damit auf Begeisterung stoßen, können wir uns diesen Service auch als App vorstellen.

3. Der Afilio-Ratgeber wird die erste Adresse für Informationen rund um ein sorgenfreies und selbstbestimmtes Leben im Ruhestand

Für das Thema Mobilität gibt es den ADAC, für die Finanzen Finanztip und für Verbrauchertipps die Stiftung Warentest oder die Verbraucherzentrale. Wenn es aber um das Thema Vorsorge und Informationen rund um das Leben im Ruhestand geht, gibt es noch keinen vertrauenswürdigen Ansprechpartner, der Informationen auf einem vergleichbaren Niveau aufbereitet.

Das wollen wir mit Afilio ändern. Unsere Mission für den Afilio-Ratgeber lautet:

"Die wichtigsten Fragen beantworten, die Menschen ab 50 über das Leben im Ruhestand haben, damit sie sorgenfrei und selbstbestimmt in die Zukunft blicken können."

Dafür werden wir in unsere Redaktion investieren, neue Formate entwickeln und die journalistische Qualität der genannten Vorbilder erreichen. Das bedeutet hoffentlich auch, dass Sie in Zukunft mehr von uns lesen (und bald auch sehen und hören) werden. Über Anregungen freuen wir uns jederzeit!

4. Afilio hilft bei der Rente und der Altersvorsorge

Die Rente und die finanzielle Altersvorsorge sind wichtige Themen, wenn es darum geht, sorgenfrei in die Zukunft zu blicken. Als Vorsorgeplattform wollen wir sie nicht länger außen vor lassen. Unsere Stärke liegt darin, komplizierte Sachverhalte einfach darzustellen – da passt die Rente perfekt rein.

Zunächst fokussieren wir uns darauf, wertvolle Inhalte und Rechner zu produzieren. Ein erstes Beispiel ist unser Rentenrechner, den Sie bereits testen können (wir freuen uns über Feedback am Ende des Rechners). Langfristig möchten wir auch eigene Lösungen für die Altersvorsorge anbieten – denn der allgemeinen Empfehlung, einen Großteil des Ersparten in ETFs zu investieren, können wir nicht uneingeschränkt folgen. Diese Strategie funktioniert nur, wenn man auch in Krisenzeiten mechanisch weiter investiert. Die psychologische Belastung, die dadurch entsteht, dass die benötigten Rücklagen zeitweise um bis zu 50 % an Wert verlieren, wird dabei unserer Ansicht nach unterschätzt. Wir haben einige Ideen, die für den Ruhestand besser geeignet sind. Bis es so weit ist, arbeiten wir mit den Ruhestandsplanern des Vermögenszentrums (VZ) zusammen, die auf Honorarbasis beraten und eine außerordentliche Qualität bieten.

Jetzt sind Sie gefragt!

Danke für Ihre Unterstützung!

Memories, they can't be boughten

They can't be won at carnivals for free

Well, it took me years to get those souvenirs

And I don't know how they slipped away from me

- John Prine, Souvenirs (1972)

Mein Sohn und der alte Sack in St. Gallen.
Mein Sohn und der alte Sack in St. Gallen.

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