
Mitglieder erzählen ihre Geschichte
Hinter jeder Notfallkarte, die wir versenden, steckt ein Mensch. Und hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte. Krankheit, Verlust und Ängste davor sind Themen, die uns alle verbinden. Darum ist eine Patientenverfügung nicht nur ein medizinisches Dokument, das Rechtliches regelt, sondern kann mehr: In Zeiten von Unsicherheit ein klein wenig Sicherheit geben, Selbstbestimmung stärken und Klarheit schaffen.
Wir haben dazu aufgerufen, uns mehr über sich zu erzählen – und mit Mitgliedern gesprochen. Was bewegt sie? Und wie können wir sie unterstützen? Das ist die Geschichte von Nicola N.-H.
„Seit etwa zwei Jahren bin ich Mitglied bei Afilio. In meiner Familie gab es bereits mehrere Todesfälle. Zuletzt sind zwei meiner Brüder verstorben, der eine im letzten Sommer, der andere im Dezember. Ein Bruder war lediglich drei Jahre älter als ich. Ich bin 56. Das hat mich sehr getroffen und dazu beigetragen, mich konkreter mit meinem eigenen Tod zu beschäftigen – und vorzusorgen. Man weiß ja nie, was so kommt.“
Weil es viel zu früh passierte
„Krankheit ist das Thema unserer großen Familie. Das betrifft auch mich. Ich musste die letzten Jahre mehrfach ins Krankenhaus. Der Tod meines Bruders hat mir deutlich gemacht: Es kann doch sehr unerwartet passieren. Und ich möchte es nicht irgendjemandem überlassen, wichtige Dinge für mich zu regeln – oder Verwandte zu belasten. Daher habe ich bei Afilio für mich eine Patientenverfügung erstellt und mich für eine kostenpflichtige Mitgliedschaft und die Notfallkarte entschieden.
Es geht mir auch um meine Katzen, die ich noch habe. Die Verantwortung liegt mir natürlich sehr am Herzen. Dass sie so versorgt sind, wie ich das möchte, wenn mir etwas passiert. Auf der Notfallkarte habe ich Angaben dazu gemacht. Das sind die Dinge, die mir wichtig sind.
Man kennt sich ja nicht aus. Man weiß nicht, was so alles nötig ist. Mein Bruder etwa hatte keine Vollmacht für sein Konto ausgestellt. Ohne diese wurde es sehr kompliziert. Das habe ich nicht gewusst und es mir einfacher vorgestellt.“
Selbstbestimmtheit: Was bleibt sonst noch?
„Die Patientenverfügung auszufüllen, fand ich angenehm einfach. Anhand von Beispielen konnte ich mir gut ein Bild machen, was gefragt wird, ohne abstrakt denken zu müssen. Eine Vorsorgevollmacht habe ich leider nicht, da ich niemanden finde, dem ich Entscheidungen für mich anvertrauen möchte. Das ist auch der Grund, warum ich die Notfallkarte habe: Weil ich selbst bestimmen will, wie es mit mir weitergeht und was passiert oder nicht passiert. Und nicht, weil irgendjemand denkt, ich könnte dieses oder jenes gemeint haben.
Ein freies und selbstbestimmtes Leben, das brauche ich. Auch am Ende möchte ich entscheiden, was mit mir und mit meinem Körper geschieht. Ich weiß zwar: Es gibt Menschen, die es gut meinen – aber vielleicht nicht in meinem Sinne entscheiden. Darum bin ich bei Afilio. Ich kann selbst entscheiden, was mit meinen Organen passiert. Ich kann selbst entscheiden, wie ich bestattet werde. Ich kann selbst entscheiden, wie und ob ich gepflegt werden und wie lange ich an Apparaten hängen möchte. Die Mitgliedschaft gibt mir die Sicherheit: Andere müssen sich daran halten. Sie können nicht einfach machen, was sie wollen. Das ist festgelegt.“
Was wichtig ist, ist immer individuell
"In den vergangenen Jahren wurde viel über mich hinweg entschieden. Das mochte ich noch nie. Denn was für mich gut ist, das weiß nur ich. Ich kann mir vorstellen, dass jemand, der sich wenig mit diesen Themen auseinandersetzt, sich vieles nicht bewusst machen möchte, was ich auch verstehe. Anderen ist es vielleicht nicht so wichtig – kann ja auch sein. Ich freue mich jedenfalls, dass ich Sie, Afilio, gefunden habe.“
Wir danken Frau Nicola N.-H. herzlich für ihre offenen Worte. Und ja, Vorsorge ist individuell, weil Familien und Lebenssituationen unterschiedlich sind. Bei Afilio können Sie mit dem Thema starten, das für Sie persönlich oberste Priorität hat – ob Absicherung für den Notfall, Nachlassregelung oder Unterstützung bei der Pflege, eben für alle Fälle.