
Mitglieder erzählen ihre Geschichte April 2024
Hinter jedem Pflegegradantrag steckt ein Mensch, eine Familie. Und hinter jedem Menschen steckt eine Geschichte. Krankheit, Verlust und Ängste davor sind Themen, die uns alle verbinden. Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen – manchmal ganz plötzlich. Ein Unfall etwa kann das Leben von heute auf morgen verändern. Nichts ist mehr so, wie es vorher war.
Wir haben dazu aufgerufen, uns mehr über sich zu erzählen – und mit Afilio-Mitgliedern gesprochen. Das ist die Geschichte von Ursula Schmidt.
9 Jahre im Wachkoma
„Ja, meine Geschichte war für mich lebensverändernd. Mein Ehemann hatte zwei Monate vor seinem 60. Geburtstag einen schweren Fahrradunfall. Er ist mit dem Hinterkopf auf die Straße geschlagen und fiel ins Wachkoma. Damals war ich selbst erst 56 Jahre alt.
Ich kündigte meine Arbeit und übernahm zuhause seine Pflege für neun lange Jahre – mit allen Höhen und Tiefen. Wie gut, dass ich zu der Zeit noch jung war, um diese schwere Arbeit zu leisten. Manchmal hatte ich Unterstützung durch einen Pflegedienst.
Heute bin ich 76. Jeden Tag der elf Jahre, die mein Mann nun schon verstorben ist, denke ich an ihn und wünschte, er wäre noch hier.“
Ich möchte zu Hause bleiben
„Wie lebe ich heute? Ich habe eine 13 Jahre jüngere Schwester. Mit der wohne ich zusammen in dem Haus, das ich hab bauen lassen, als mein Mann verunglückt ist. Ich fühle mich noch sehr wohl. Ich bin viel im Garten und mit den Hunden unterwegs. Im vergangenen Jahr ist allerdings mein Bruder gestorben.
Das Thema Vorsorge, tja. Trotz der Situation mit meinem Mann habe ich immer gedacht: Du hast ja noch Zeit. Natürlich wusste ich auch immer, ich muss etwas tun. Ich will zu Hause bleiben und hier betreut werden. Das Haus ist meine Heimat geworden, nachdem mein Mann gestorben ist. Ich fühle mich hier wohl.“
Endlich habe ich es geschafft
„Vor ein paar Monaten bin ich auf Afilio aufmerksam geworden, habe mich für den Newsletter angemeldet und bin Mitglied geworden. Mit Afilio habe ich die Patientenverfügung und die Vorsorgevollmacht gemacht. Bei der Erstellung hatte ich keine Probleme. Ich habe darin meine Schwester mit allem beauftragt. Sie ist dazu bereit, mich zu Hause zu pflegen.
Wenn ich krank bin und nicht mehr agieren kann, soll alles geregelt sein: Bank, Einkäufe und Pflege. Mein Befinden liegt dann in den Händen meiner Schwester. Der Druck, du musst endlich vorsorgen, hatte mich bereits belastet. Jetzt kann ich wieder aufatmen, wo endlich alles aufgeschrieben ist. Gedanken, dass noch etwas fehlen könnte, mache ich mir nicht.“
Wir möchten Frau Schmidt ganz herzlich für ihr Vertrauen danken und freuen uns, dass sie mit der Regelung ihrer Vorsorge das gute Gefühl haben darf, dass ihre Wünsche im Ernstfall Beachtung finden. Für die Zukunft wünschen wir ihr noch lange Gesundheit.