
Gesund älter werden: Praktische Ansätze für eine erfolgreiche Gesundheitsvorsorge
Um im Alter möglichst lange fit und gesund zu bleiben, kann und muss man etwas tun. Dazu gehören natürlich ein gesunder Lebensstil und regelmäßige medizinische Checks. Aber mindestens genauso wichtig ist es, aktiv zu bleiben. Was Sie tun sollten, um fit zu bleiben – und wie das zu einem erfüllten Leben im Alter beitragen kann, erfahren Sie hier.
Vorsorgeuntersuchungen
Vorsorgeuntersuchungen sind nicht gerade beliebt, aber sie sind wichtig. Denn je früher eine Krankheit erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf Heilung. Einige Krebserkrankungen, wie Darm- oder Gebärmutterhalskrebs, lassen sich beispielsweise durch Voruntersuchungen in einem Stadium entdecken, in denen sie noch harmlos sind. Da bestimmte Erkrankungen mit dem Alter zunehmen, bezahlen die Krankenkassen je nach Alter und Geschlecht eine ganze Reihe regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen:
- Ab 35 Jahren: Alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening und alle drei Jahre ein Check-up zur Erfassung von Gesundheitsrisiken und Früherkennung häufig auftretender Krankheiten.
- Ab 45 Jahren für Männer: Pro Jahr eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung der Genitalien und Prostata.
- Ab 50 Jahren: Pro Jahr eine Darmkrebsfrüherkennungsuntersuchung. Je nach Alter, Geschlecht und Verfahren (Dickdarm- und Rektumuntersuchung, Stuhluntersuchung, Darmspiegelung) können die Intervalle variieren.
- Ab 55 bis 69 Jahren für Frauen: Alle zwei Jahre ein Mammographie-Screening.
- Ab 65 Jahren für Männer: Eine einmalige Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung von Aneurysmen der Bauchschlagader.
Übrigens: Vorsorgeuntersuchungen sind nicht nur etwas für Alte: Vorsorge und Früherkennung begleiten uns ab Geburt. Eine Übersicht über die wichtigsten Untersuchungen und Impfungen finden Sie hier.
Bewegung
Es heißt nicht umsonst „Wer rastet, der rostet“. Im Alter baut sich die Muskulatur allmählich ab und die Durchblutung wird schlechter, besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht oder Diabetes. Auch werden die Gelenke weniger beweglich und das Reaktionsvermögen nimmt ab. Mit regelmäßiger und altersangepasster Bewegung lässt sich das aber verlangsamen oder stoppen und Sie bleiben länger fit und selbstständig. Dafür müssen Sie nicht mal viel tun, meist machen schon kleine, tägliche Bewegungseinheiten einen entscheidenden Unterschied. Besonders für Senioren geeignet sind gelenkschonende und das Herz-Kreislauf-System stärkende Sportarten wie Walking, Nordic Walking oder das Schwimmen. Aber im Prinzip können Sie alles machen, worauf Sie Lust haben und was Sie sich noch zutrauen. Viele Sportvereine, Schwimmbäder und Fitnessstudios bieten auch Angebote speziell für Senioren. Schauen Sie einfach mal, was es in Ihrer Umgebung gibt. Ein paar Expertentipps für den Sport im Alter finden Sie hier.
Gesunde Ernährung
Das Wichtigste zuerst: Egal ob jung oder alt, die Ernährung sollte immer abwechslungsreich und ausgewogen sein, also viel Obst und Gemüse, besser Vollkorn als Weißmehl, frische Milchprodukte, mäßig Fisch oder Fleisch und nur wenig von fett- oder zuckerreichen Lebensmitteln. Im Alter kommen ein paar Aspekte hinzu: Die Portionen werden kleiner, weil man weniger Kalorien benötigt. Medikamente oder Erkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes, können dazu führen, dass Sie Ihre Ernährung umstellen müssen. Im Alter lässt meist auch das Durstempfinden nach. Deshalb ist es wichtig, auf die Flüssigkeitszufuhr zu achten, um Dehydrierung zu vermeiden. Wenn Sie Appetit auf mehr Informationen zum Thema haben, schauen Sie mal in die Themenwelt "Ernährung im Alter" auf pflege.de rein.
Fitness für den Kopf
Wie der Rest des Körpers altert das Gehirn auch. Mit dem Ausscheiden aus dem Beruf fällt auch oft Denkarbeit weg, die den Kopf fit hält. Erkrankungen wie Demenz führen dazu, dass sich die geistige Leistungsfähigkeit stark abnimmt. Das Gehirn lässt sich aber trainieren und bleibt so länger leistungsfähig. Dafür müssen Sie keine großen Denksportaufgaben meistern, es reichen oft Kleinigkeiten im Alltag, zum Beispiel Kreuzworträtsel. Und außerdem ist das Alter eine gute Gelegenheit, Dinge nachzuholen, für die vorher nie Zeit war, zum Beispiel Sprachen oder Instrumente zu lernen, sich neue Fähigkeiten anzueignen oder sich in Kultur und Hobbys zu vertiefen. Mehr Wissen und Vorschläge für die grauen Zellen finden Sie hier.
Gemeinsam statt einsam
Die größte und beste Stimulation für Geist, Stimmung und auch den Körper ist Gesellschaft. Wenn man älter wird, lassen die eigenen Fähigkeiten nach und der Freundes- und Bekanntenkreis lichtet sich. Einsamkeit und Langeweile schleichen sich langsam ins Leben ein. Dagegen hilft nur: Raus aus den eigenen vier Wänden, Menschen treffen, Dinge erleben und Neues lernen. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist gesund. Wie wichtig gerade im Alter die soziale Interaktion ist, legt das das Zentrum für Qualität in der Pflege eindrucksvoll dar.
Ausgezeichnete Möglichkeiten, auch im Alter am Miteinander teilzuhaben, sind ehrenamtliche Tätigkeiten, Mitgliedschaften in Vereinen oder auch ganz einfach Seniorentreffs und ähnliches zu besuchen. Tipps und Informationen dazu und ein offenes Ohr finden Sie in der Initiative „Gemeinsam gegen einsam“ des Bundesfamilienministerium und Vereinen, Kommunen und karitativen Diensten.
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