Keine Angst vorm Älterwerden

Afilio
Vom 12.08.2026

Alt werden ist nichts für Feiglinge. Wer kennt diesen Spruch nicht. Doch was können wir tun, um mit Zuversicht die zweite Lebenshälfte zu gestalten? Wir haben die besten Tipps, um dem Alter mutig entgegenzutreten.

Wir wollen älter werden, aber alt sein wollen wir nicht

Der älteste Mensch der Welt lebte in Frankreich und ist 1997 mit 122 Jahren gestorben. Doch dass wir immer älter werden, nimmt uns nicht die Angst vor Krankheiten und Schmerzen, dem Verlust der Selbstständigkeit, des Partners oder vor finanziellen Nöten in der Rente.

Begleitet wird die Angst nicht selten durch Gefühle von Selbstzweifel, Depressionen, Neid, Wut oder Hilflosigkeit. Doch damit sind Sie nicht alleine. Sogenannte Altersängste sind weit verbreitet. Wie wir damit umgehen, ist entscheidend.

Wenn es das erste Mal für etwas zu spät ist

Spuren des Älterwerdens können sich schon früh zeigen. Haarausfall oder die erste Lesebrille sind Indizien dafür, dass unser Körper einem natürlichen Alterungsprozess unterliegt. Alter ist also relativ: Der eine fühlt sich bereits mit 30 alt, der andere mit 75 noch längst nicht.

Altern wird häufig mit Verlust gleichgesetzt: Wir verlieren nach und nach körperliche und geistige Fähigkeiten, bis hin zur Pflege­bedürftigkeit. Die Angst, damit eine Last für Angehörige und die Gesellschaft zu werden, begleitet diesen Verlust. Deutlich wird uns die Vergänglichkeit, wenn zum ersten Mal etwas nicht mehr geht.

Alter ist immer Zukunft

Trotz der weltweit zunehmenden Alterung der Gesellschaft ist unsere Einstellung zum Älterwerden laut Studien überwiegend negativ. Mehr als jedem zweiten Deutschen (52 %) bereitet das Älterwerden sogar explizit Sorgen (Ipsos, 2019). Dabei leben wir gesünder und länger als alle Generationen vor uns.

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Neue Möglichkeiten entdecken

Das Rentenalter bietet aber auch Chancen und neue Möglichkeiten, etwa bestehende oder neue Hobbys zu pflegen, eine neue Sprache zu lernen, Kurse und Fortbildungen zu besuchen, nochmal einen Partner zu finden, ein Instrument zu lernen oder die Wohnsituation zu verändern.

Prof. Dr. Hans-Werner Wahl erklärt in seinem Buch „Die neue Psychologie des Alterns“, dass wir uns ganz individuell auf das Alter vorbereiten können. Glück und Wohlbefinden müssen nicht zwangsläufig abnehmen, denn Altern beginnt im Kopf.

Strategien fürs Älterwerden

Die Natur ist erstaunlich nachgiebig, wissen Gesundheits­experten. Es ist nie zu spät, Lebensgewohnheiten zu ändern. Sport, gesunde Ernährung, aktive Hobbys sowie Zeit mit Freunden und Familie sind die besten Jungbrunnen.

Immer mehr Menschen fangen jenseits der 60 an, Gewichte zu stemmen oder sich einer Fitnessgruppe anzuschließen. Active Aging wird zunehmend zum Trend. Es geht darum, nicht nur Gesundheit, sondern angenehme Gefühle bewusst zu fördern. Der Vorteil von mehr Lebensjahren: Wir wissen besser als früher, was uns gut tut.

Folgende Tipps aus der Glücksforschung helfen zusätzlich:

Tipp 1: Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Ihnen persönlich wichtig sind.

Tipp 2: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen und bestimmen Sie Ihr eigenes Tempo.

Tipp 3: Definieren Sie Ihren Selbstwert nicht durch Äußerlichkeiten oder Leistungsfähigkeit.

Tipp 4: Engagieren Sie sich in einem Ehrenamt – für Lebensfreude und soziale Einbindung.

Tipp 5: Nehmen Sie nicht alles zu ernst, sondern nutzen Sie Humor als Glücksbote.

Tipp 6: Pflege­n Sie Beziehungen und/oder knüpfen Sie neue Kontakte.

Tipp 7: Nutzen Sie Bildungsangebote, etwa an Volkshochschulen oder im Internet.

Tipp 8: Lenken Sie Ihren Blick auf das Machbare, statt sich auf das zu konzentrieren, was nicht mehr geht:

  • Wie kann ich meine körperliche und geistige Fitness verbessern?
  • Wie kann ich Einschränkungen umgehen?
  • Was ist positiv an meiner Situation (z. B. mehr Zeit, Erfahrung oder Gelassenheit)?

Tipp 9: Schmieden Sie Pläne und setzen Sie sich Ziele. Gehen Sie dabei ins Detail.

Tipp 10: Sprechen Sie über Tabuthemen wie Pflege­bedürftigkeit, einen Notfall oder den Tod mit Familie und Bekannten. Das kann helfen, Ängste zu reduzieren.

Wichtig: Beeinträchtigt Ihre Angst vor dem Älterwerden Sie im Alltag stark, dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und über die Verschreibung einer Psychotherapie sprechen.

Berufsende in Sicht? Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen setzt sich für ein aktives, selbstbestimmtes und möglichst gesundes Älterwerden in sozialer Sicherheit ein und fördert ein differenziertes Bild vom Alter.

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