So (ver)erbt Deutschland

Afilio
Vom 12.08.2026

Wenn in Deutschland geerbt wird, geht es längst nicht mehr nur um Omas Kaffeeservice. Eine neue Studie der Quirin Privatbank zeigt: Fast jeder Dritte hat bereits 100.000 Euro oder mehr geerbt – Tendenz steigend. Gleichzeitig plant ein ebenso großer Teil der Bevölkerung, mehr als eine Viertelmillion Euro zu vererben. Große Erbschaften werden immer häufiger – und doch kümmern sich die meisten Deutschen nicht darum, was sie wem hinterlassen.

Mehr Geld, mehr Konflikte

Laut Statistischem Bundesamt wurden 2023 über 121 Milliarden Euro vererbt oder verschenkt – ein neuer Rekord. Der dürfte erneut gebrochen werden, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der 50er- und 60-er Jahre ihr Vermögen weitergeben. Experten schätzen zudem, dass die tatsächlich vererbte Summe um ein Vielfaches höher ist, da Vermögen nicht systematisch erfasst wird. Bis 2027 könnten laut des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung jährlich 400 Milliarden Euro vererbt und verschenkt werden.

Was die Befragten geerbt haben

erben
Mehrfachnennung möglich, Antworten 989 der 3.532 Befragten, Quelle: Quirin Bank

Der Anstieg hoher Erbschaften geht einher mit wachsender Spannung: Jeder Zweite kennt einen Fall, in dem eine Erbschaft zum Zerwürfnis geführt hat. Besonders heikel wird es, wenn kein Testament vorliegt. Die Folge: gesetzliche Erbfolge, ungeklärte Ansprüche und Streitpotenzial, das ganze Familien auseinanderreißen kann.

71 Prozent haben kein Testament

Gerade weil in Deutschland so viel vererbt wird wie nie zuvor, überrascht es umso mehr, dass sich die Mehrheit noch nicht mit dem eigenen Nachlass beschäftigt hat. Laut Studie haben 71 % kein Testament – und damit auch keine Kontrolle darüber, wie ihr Vermögen im Todesfall verteilt wird. Ein Viertel der Befragten hat darüber noch nicht einmal nachgedacht. Die häufigsten Gründe? „Ich habe nichts zu vererben“, „Ich bin noch zu jung“ oder schlicht „Ich habe keine Zeit gehabt“.

Hinzu kommt: Nur knapp die Hälfte der Bevölkerung kennt überhaupt die gesetzliche Erbfolge – also die Regeln, die greifen, wenn kein Testament existiert. Wer erbt wie viel? Haben Stiefkinder Anspruch? Und was ist mit unverheirateten Partnern?

Unser Tipp: Mit dem kostenlosen Erbquoten-Rechner von Afilio erhalten Sie einen Überblick, wie in Ihrem Fall die gesetzliche Erbfolge ohne Testament aussieht und welche Pflichtteile es gibt.

Jeder braucht ein Testament

Ein Testament ist nicht nur für Vermögende wichtig. Jeder hinterlässt etwas – selbst wenn es nur persönliche Gegenstände, ein Bankguthaben oder Alltagswerte sind. Wer kein Testament verfasst, überlässt die Verteilung dem Gesetz – und das entspricht selten dem eigenen Gerechtigkeitsempfinden.

Ohne klare Regelung entsteht automatisch eine Erben­gemeinschaft, in der mehrere Personen gemeinsam über alles entscheiden müssen. Das birgt Konfliktpotenzial und emotionalen Stress – selbst bei kleinen Summen. Mit einem Testament handeln Sie selbstbestimmt und entlasten Ihre Angehörigen in einer ohnehin schwierigen Zeit.

Testament ohne Kopfschmerzen

Viele schieben die Erstellung eines Testament auch deswegen vor sich her, weil sie denken, es sei kompliziert und teuer. Das muss es nicht sein! In Zusammenarbeit mit Rechtsanwalt & Notar Dr. Andreas Lohmeyer hat Afilio eine Möglichkeit entwickelt, wie Sie ohne Kenntnisse im Erbrecht auf kürzestem Weg zu einem rechtssicheren Testament kommen:

  • Beantworten Sie im Frage-Antwort-Verfahren alle Fragen, die für die Erstellung eines Testaments wichtig sind.
  • In einfachen Erbsituationen können Sie mit den richtigen Textbausteinen Ihr Testament selbst erstellen.
  • In komplexeren Fällen erfahren Sie, worauf Sie achten müssen, wenn Sie zum Notar gehen.

Teilen Sie den Artikel