General­vollmacht: Vorlage zur Ansicht

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von Afilio
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10.09.2019 (aktualisiert: 15.06.2021)
Generalvollmacht: Vorlage zur AnsichtGeneralvollmacht: Vorlage zur Ansicht
Das Wichtigste in Kürze:
  • Mit einer General­vollmacht ermächtigen Sie eine andere Person, in Ihrem Namen weitreichende Entscheidungen in nahezu allen Lebensbereichen zu fällen.
  • Unser Muster als Vorlage für eine umfassende General­vollmacht: Jetzt ganz einfach Beispiel herunterladen und Überblick verschaffen!
  • Bei diesem Muster handelt es sich lediglich um eine Beispielvorlage. Erstellen Sie noch heute Ihre eigene General­vollmacht mit Afilio!
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Auf dieser Seite finden Sie unser Muster für eine General­vollmacht. Diese kostenlose Vorlage erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt auch nicht die Notwendigkeit, sich ausführlich mit den notwendigen Voraussetzungen auseinanderzusetzen, wenn Sie erwägen eine General­vollmacht oder eine allgemeine Vollmacht zu erteilen. Sie kann Ihnen aber als wertvolle Orientierung dienen, wenn Sie sich mit Ihrer persönlichen Vorsorge auseinandersetzen.

Was ist eine General­vollmacht?

Die General­vollmacht definiert eine umfassende rechtliche Vertretung einer Privatperson durch eine andere Person, die nicht auf einzelne Bereiche beschränkt ist und anders als die Vorsorge­vollmacht unmittelbar mit dem Moment der Aushändigung Gültigkeit erlangt – und zwar auch dann, wenn der Vollmachtgeber selbst noch geschäftsfähig und in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu fällen. Dennoch wird die General­vollmacht häufig als vorsorgliche Maßnahme in Form einer Vorsorge­vollmacht aufgesetzt und im eigenen Haushalt aufbewahrt. Sinn der General­vollmacht ist es, eine Vertrauensperson mit der notwendigen Handlungsfreiheit auszustatten, um die Interessen des Vollmachtgebers im Ernstfall wahrzunehmen. Sie kann auch im Fall einer Quarantäne eingesetzt werden, um sicherzustellen, dass die Interessen der isolierten Person durch einen Bevollmächtigten gewahrt werden. Auch für Unternehmer ist eine General­vollmacht, die zusätzlich eine Unternehmens­vollmacht enthält wichtig, damit die Unternehmens­nachfolge geregelt ist. Die General­vollmacht kann entweder mit dem Tod des Vollmachtgebers erlöschen oder bis auf Widerruf durch den Verfasser oder seine Erben bestehen. Weitere Erläuterungen finden Sie in unserem Überblicksartikel zu General­vollmacht und Vorsorge­vollmacht oder bei unserem Vorsorge­vollmacht Muster.

Das gehört in eine General­vollmacht

  • Name, Geburtsdatum und Anschrift des Vollmachtgebers
  • Name, Geburtsdatum und Anschrift des Bevollmächtigten
  • Inhalt und Umfang der Vollmacht
  • Unterschrift des Vollmachtgebers mit Ort und Datum, ggf. Beglaubigung durch einen Notar
  • Form: Sie können eine General­vollmacht generell formlos aufsetzen, vor dem Recht sind inhaltliche Aspekte maßgeblicher als die Form.

Vor allem öffentliche Stellen wie Behörden oder Ämter bestehen häufig auf weitreichende Angaben zu Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem um eine vorgelegte Vollmacht anzuerkennen. Vor allem die eindeutige Benennung der beteiligten Personen ist darum sehr wichtig. Hinterlegen Sie für den äußersten Fall idealerweise auch Ausweiskopien aller benannten Personen. Die Vollmacht kann aber auch dazu dienen, Rechtsgeschäfte mit Unternehmen oder Privatpersonen vertretungsweise wahrzunehmen. Hier kann es sinnvoll sein, den Sinn der Vollmacht und den Auftrag des Bevollmächtigten zusätzlich explizit zu benennen. Achten Sie dabei darauf, die Vollmacht nicht unnötig auf diesen Geltungsbereich einzuschränken, wenn Sie sicherstellen wollen, dass Ihre allgemeine Vollmacht auch als General­vollmacht einsetzbar bleibt. Banken bestehen oft auf Ausstellung einer expliziten Bank­vollmacht. Klären Sie am besten vorab, welche Art der Vollmacht Ihre Bank bevorzugt, bzw. anerkennt.

Unser Vordruck als Vorlage

Unser Vordruck im PDF-Format soll Ihnen ohne zusätzliche Kosten einen Eindruck davon vermitteln, welche Inhalte eine General­vollmacht abbilden kann. Der Vordruck ist ein mögliches Beispiel. Ein vorgefertigtes Musterexemplar kann veranschaulichen, welche Inhalte eine General­vollmacht enthalten muss, jedoch nicht in allen Einzelheiten Ihrer persönlichen Lebenssituation gerecht werden. Die General­vollmacht kann in den verschiedensten Situationen genutzt werden, um einen Bevollmächtigten mit der notwendigen Verhandlungsmacht auszustatten:

  • Zahlungsverkehr
  • Behördengänge
  • Rechtsangelegenheiten, Rechtsstreitigkeiten
  • Steuerangelegenheiten
  • Verwahrung, Mehrung und Schutz des Vermögens
  • Versicherungen (z. B. Kündigung der Allianz)
  • Mietangelegenheiten
  • Vertragliche Verpflichtungen

Dafür ist die General­vollmacht nicht geeignet

So umfassend die General­vollmacht auch ist, sie ist nicht für alle Fälle das Mittel der Wahl, in folgenden Situationen kommt die General­vollmacht an ihre Grenzen:

  • Bei akuter Lebensgefahr oder wenn die ausdrückliche Zustimmung zu medizinischen Eingriffen benötigt wird
  • Bei freiheitsentziehenden Maßnahmen (dazu gehört auch die Unterbringung in einem Pflege­heim)
  • Behandlungs­einschränkungen und explizite Ablehnung von Behandlungs­methoden
  • Organspende (Stand August 2019)

Bei Maßnahmen zur Wahrung oder Wiederherstellung der körperlichen Unversehrtheit ist die General­vollmacht nicht das richtige Mittel. Gleiches gilt für Maßnahmen, die die freie Wahl des Aufenthaltsortes betreffen. Hierfür ist die Vorsorge­vollmacht das probate und vom Gesetzgeber explizit geschaffene Mittel. Ähnlich verhält es sich mit der Einwilligung in Behandlungs­maßnahmen und Organspende: Hier ist die Patienten­verfügung das richtige Vorsorge­dokument. Alternativ kann auch der Organspende­ausweis genutzt werden.

Darum ist eine Vorsorge­vollmacht von Vorteil

Während die General­vollmacht wie in unserem Muster vor allem dafür sorgt, dass der Bevollmächtigte in der Lage ist Rechtsgeschäfte im Interesse des Vollmachtgebers abzuwickeln, bezieht sich die Vorsorge­vollmacht explizit auf gesundheitliche Fragestellungen. Sie umreißt die notwendigen Voraussetzungen und die qua Vollmacht übertragene Entscheidungsmacht, wenn es um Fragen der medizinischen Behandlung und ggf. der Unterbringung des Vollmachtgebers in einem Pflege­heim geht. Darüber hinaus greift die Vorsorge­vollmacht nur und erst dann, wenn der Vollmachtgeber tatsächlich nicht in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu fällen und mitzuteilen. Der Bevollmächtigte erhält also erst dann vollständige Vollmacht, wenn der Ernstfall eingetreten ist. Sie können bei Afilio eine rechtssichere Vorsorge­vollmacht erstellen. Grundsätzlich können Sie aber auch eine General­vollmacht aufsetzen, die durch die entsprechenden Passagen zu Fragen der medizinischen Behandlung angereichert wird. Wir haben auf die Erwähnung der entsprechenden behandlungsrelevanten Inhalte in unserem Beispiel verzichtet, da wir die Verwendung einer situationsadäquaten Vorsorge­vollmacht empfehlen.

Häufig gestellte Fragen

Was darf man nicht mit einer General­vollmacht?

Was Sie dürfen und was nicht, legt der Aussteller der General­vollmacht fest. Er bestimmt, in welchen Bereichen Sie ihn vertreten dürfen. Erstellt jemand eine General­vollmacht ohne jede Einschränkung, dann können Sie ihn in allen Bereichen vertreten.

Ist ein Bevollmächtigter haftbar?

Ein Bevollmächtigter ist gegenüber dem Vollmachtgeber verantwortlich. Begeht er Pflichtverletzungen – egal ob bewusst oder fahrlässig – haftet nach außen hin erst einmal der Vollmachtgeber. Schließlich handelt der Bevollmächtigte in dessen Namen. Allerdings ist der Bevollmächtigte seinem Vollmachtgeber immer zur Rechenschaft verpflichtet und haftet für dessen Schäden mit seinem Privatvermögen.

Quellen

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