Pflege­grad beantragen: So geht's mit unserer Vorlage

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von Afilio
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10.09.2019 (aktualisiert: 20.09.2021)
Pflegegrad beantragen: So geht's mit unserer VorlagePflegegrad beantragen: So geht's mit unserer Vorlage
Das Wichtigste in Kürze:
  • Wer Leistungen der Pflege­kasse in Anspruch nehmen möchte, muss einen Pflege­grad vorweisen können. Dafür müssen Sie bei der Pflege­kasse einen Pflege­grad beantragen.
  • Der Antrag muss nicht nur eine gewisse Form erfüllen, sondern enthält auch Angaben zum Antragsteller und sofern er bereits Hilfe in Anspruch nimmt auch von der Pflege­person.
  • Voraussetzung dafür, dass Sie einen Antrag stellen können, ist, dass sie mindestens zwei der vergangenen zehn Jahre in die gesetzliche Pflege­kasse oder private Pflege­versicherung eingezahlt haben.
Beispielvorlage

Hinweis: Es handelt sich lediglich um eine Beispielvorlage zur Anschauung. Schauen Sie auf Afilio, welchen Pflege­grad Sie bekommen können und beantragen Sie ihn mit unserer Hilfe.

Vorlage herunterladen

Wer pflegebedürftig ist, benötigt Unterstützung. Voraussetzung für Leistungen der Pflege­versicherung ist ein Pflege­grad, der bei der zuständigen Pflege­kasse bzw. Pflege­versicherung beantragt und von ihr bewilligt werden muss. Erst wenn ein Pflege­grad anerkannt wurde, haben Betroffene Zugriff auf ein breites Spektrum von Leistungen der Pflege­versicherung. Wir erklären, wie Betroffene oder pflegende Angehörige einen Pflege­grad beantragen, um Unterstützung zur Pflege in Anspruch nehmen zu können.

Hinweis: Bis Ende 2016 mussten Betroffene eine Pflege­stufe beantragen, wenn sie pflegebedürftig wurden. Heute gibt es keine Pflege­stufen mehr, sondern nur noch Pflege­grade. An der Art der Beantragung allerdings hat sich kaum etwas geändert

Wie kann ich einen Pflege­grad beantragen?

Nutzen Sie unsere Vorlage, um einen Pflege­grad zu beantragen. Laden Sie das Muster herunter, drucken Sie es aus und tragen Sie Ihre Angaben ein. Der Antrag auf Bewilligung eines Pflege­grads wird bei der zuständigen Pflege­kasse eingereicht, die üblicherweise bei der eigenen Kranken­kasse angesiedelt ist. Dazu ist es notwendig, dass der Pflege­bedürftige seinen Antrag persönlich stellt, allerdings kann auch ein rechtlicher Betreuer oder ein Bevollmächtigter z.B. im Rahmen einer Vorsorge­vollmacht damit beauftragt werden. Der Postweg genügt dazu ebenso wie eine E-Mail, ein Fax oder ein persönlicher Anruf. Wir raten allerdings zur Schriftform, damit belegt werden kann, wann Pflege­leistungen beantragt wurden. Das gilt für alle Pflege­grade (früher: Pflege­stufen). Briefe können Sie an die Ihre Kranken­kasse mit dem Vermerk adressieren, dass der Antrag an die zuständige Pflege­kasse weitergeleitet werden soll. Häufig bekommen Antragssteller anschließend ein offizielles Antragsformular mit standardisierten Fragen zugeschickt.

Gut zu wissen: Einen Pflege­grad können Sie formlos beantragen. Ein Betreff „Antrag auf Leistungen der Pflege­kasse“ oder „Antrag auf Erteilung eines Pflege­grads“ genügt üblicherweise.

Pflegegrad beantragen: Antrag wird gestempelt
Pflege­grad beantragen: Nach der medizinischen Begutachtung entscheidet die zuständige Pflege­kasse über die Zuerkennung eines Pflege­grads.

Wo erhalten Antragsteller Hilfe?

Da das offizielle Antragsformular eine Vielzahl versicherungstechnischer Fachbegriffe und Kategorien enthält, kann es sinnvoll sein, fachkundige Hilfe in Anspruch zu nehmen. Tatsächlich können Sie sich dazu auch direkt an Ihre Pflege­kasse wenden, aber auch Pflege­beratungsstellen stehen Ihnen dazu zur Verfügung. Weitere Beratungsstellen finden Sie in unserem Ratgeberartikel zur Pflege­beratung. Kommen Sie mit dem Ausfüllen des Antrags nicht zurecht, muss Ihnen die Pflege­kasse sogar innerhalb von zwei Wochen einen geeigneten Ansprechpartner nennen, an den Sie sich wenden können. Regulär steht Ihnen zum Beispiel das Zentrum für Qualität in der Pflege online oder telefonisch zur Verfügung. Privatversicherte können sich an das Portal Pflege­beratung.de der privaten Kranken­versicherungen wenden. Es kann sinnvoll sein, gerade beim Erstantrag nur die notwendigsten Angaben zu machen und die tatsächliche Einstufung der darauffolgenden Begutachtung zu überlassen.

In wenigen Minuten zum Pflege­gradantrag

Sie möchten einen Pflege­grad beantragen? Mit Afilio geht das schnell und unkompliziert. Sie beantworten alle nötigen Fragen und wir bereiten Ihren Antrag vor.

Wann sollten Sie einen Pflege­grad beantragen?

Pflege­bedürftigkeit kann unvermittelt eintreten – etwa als Folge eines Schlaganfalls, eines Herzinfarkts oder als Folge fortschreitender Alterserscheinungen. Meistens werden Angehörige zuerst aufmerksam auf die abnehmende Selbständigkeit und Versorgungsfähigkeit der betroffenen Person. Hilfe im Alltag wird kontinuierlich wichtiger, Betroffene benötigen kontinuierliche Pflege.

Bereits zu diesem Zeitpunkt sollte ein Antrag auf Pflege­leistungen bzw. Erteilung eines Pflege­grades eingereicht werden. Denn Pflege­bedürftigkeit beginnt nicht mit Bettlägerigkeit, sie äußert sich üblicherweise zunächst in Form dauerhafter alltäglicher Einschränkungen. Sobald die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit dauerhaft herabgesetzt ist, können Betroffene einen Pflege­grad beantragen, um Mittel für die Pflege zu nutzen.

Prinzipiell sollten Betroffene frühzeitig aktiv werden. Wer abwartet, ob sich die Situation nicht doch von allein bessert, verzichtet im Zweifelsfall auf viel Geld. Leistungen der Pflege­kassen können prinzipiell ab dem Monat der Antragstellung bewilligt werden, um in dringenden Fällen schnell eine Verbesserung der Situation durch Pflege zu bewirken. Ergänzend zu den Leistungen der gesetzlichen Pflege­kasse ist es generell sinnvoll, schon zu gesunden Zeiten eine private Pflege­zusatz­versicherung abzuschließen.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Die wichtigste Eingangsvoraussetzung zur Beantragung eines Pflege­grads ist, dass der Betroffene mindestens zwei der vergangenen zehn Jahre in die soziale Pflege­versicherung eingezahlt hat. In Frage kommen dafür alle gesetzlichen Pflege­kassen und private Pflicht­versicherungen. Die Antragstellung kostet Sie nichts.

Wie geht es nach dem Antrag weiter?

Nachdem der Antrag bei der Pflege­kasse eingegangen ist, wird ein offizieller Gutachter Kontakt mit Ihnen oder Ihrem Bevollmächtigten bzw. Ihrem rechtlichen Betreuer aufnehmen und einen Termin vereinbaren. Bei diesem Termin verschafft sich der Gutachter vom Medizinischen Dienst der Kranken­kassen (MDK) oder von MEDICPROOF, dem Dienst der privaten Versicherer, einen Eindruck von Ihrem tatsächlichen Zustand. Wie Sie sich auf den Termin der MDK-Begutachtung vorbereiten können, erläutern wir in unserem Begleitartikel.

Abschließend erhalten Sie einen Bescheid Ihrer Pflege­kasse mit der Mitteilung, ob Ihnen ein Pflege­grad zugesprochen wurde und welchen Pflege­grad Sie künftig in Anspruch nehmen können. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, können Sie gegen die Entscheidung Widerspruch einlegen, etwa mit unserer Vorlage für einen Widerspruch bei Ihrer Kranken­kasse. Wenn Sie bereits einen Pflege­grad haben und Ihren bestehenden Pflege­grad erhöhen möchten, können Sie dafür unsere passende Vorlage nutzen.

Wie lange muss ich auf den Bescheid der Pflege­kasse warten?

Die Pflege­kasse hat 25 Arbeitstage, also etwa fünf Wochen Zeit, um über Ihren Antrag zu entscheiden. Innerhalb dieses Zeitraumes bekommen Sie in der Regel eine Antwort. Haben Sie nach 25 Tagen noch keinen Bescheid von der Pflege­kasse erhalten, haben Sie Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Ihnen stehen dann 70 Euro zu - und zwar für jede weitere Woche, die Sie warten müssen.

Welche Leistungen zur Pflege erhalte ich?

Wird Pflege­bedürftigkeit festgestellt, hängt es von der Höhe des Pflege­grads und der Art der Pflege ab, welche Mittel Versicherte in Anspruch nehmen können. Während Betroffene mit Pflege­grad 1 lediglich eine Art finanzieller Basisunterstützung in Form von 125€ monatlichem Entlastungs­betrag erhalten, werden ab Pflege­grad 2 bereits weitergehende Mittel bewilligt. Bei häuslicher Pflege können etwa Pflege­geld oder Pflege­sachleistungen in Anspruch genommen werden, bei Pflege im Pflege­heim, wird die stationäre Pflege von der Pflege­kasse direkt be­zuschusst, einen Teil der Kosten im Pflege­heim muss der Versicherte jedoch selbst tragen. Darüber hinaus gibt es Mittel zur Kurzzeitpflege oder Verhinderungs­pflege und für Pflege­hilfsmittel. Die höchsten Beträge werden bei Pflege­grad 4 und Pflege­grad 5 bewilligt.

Quellen

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