Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung: Das ist der Unterschied

Patienten­verfügung, Vorsorge­vollmacht, Betreuungs­verfügung: Das ist der Unterschied

02.09.2020

Die Patientenverfügung

Mit der Patientenverfügung stellen Sie sicher, dass Angehörige, Ärzte und Betreuer auch dann nach Ihrem Willen handeln können, wenn Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, diesen zu äußern. Sie legen in dem Dokument fest, welche medizinischen Eingriffe und Behandlungen Sie wünschen und welche Sie ablehnen. Die Patientenverfügung wird erst dann wirksam, wenn Sie sich in einem Zustand befinden, in dem Sie selbst keine Entscheidungen mehr treffen oder diese mitteilen können. In der Patientenverfügung können Sie eine Vertrauensperson benennen, die in einem solchen Fall dafür Sorge tragen soll, dass Ihr Wille umgesetzt wird.

Besonders wichtig ist, dass Sie Ihre Vorstellungen in der Patientenverfügung möglichst präzise festhalten. Legen Sie fest, wie Sie bei bestimmten Erkrankungen behandelt werden möchten und treffen Sie klare Aussagen über gewünschte oder abgelehnte Behandlungsmethoden. So erleichtern Sie es Ärzten und Angehörigen, Ihre Wünsche zu befolgen. Sowohl Mediziner als auch Betreuer und Angehörige sind gesetzlich an die Patientenverfügung gebunden.

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Die Vorsorgevollmacht

Wer in seiner Patientenverfügung eine Vertrauensperson benennt, die ihn im Fall der Fälle vertreten soll, muss zwingend auch eine Vorsorgevollmacht ausfüllen. Denn ohne diese Vollmacht ist Ihre Vertrauensperson nicht berechtigt, Sie zu vertreten. Mit der Vorsorgevollmacht erteilen Sie einer Vertrauensperson die Berechtigung, Sie z. B. gegenüber Behörden, Versicherungen, Vermietern oder Telekommunikationsanbietern zu vertreten und Ihre Interessen in Vermögensangelegenheiten zu wahren.

Die Vorsorgevollmacht sollte explizit dazu dienen, Ärzten einen verbindlichen Ansprechpartner zur Seite zu stellen, der im Bedarfsfall in medizinische Behandlungen einwilligen oder sie ablehnen kann. Typischerweise kann der Bevollmächtigte auch die Entscheidung über Ihren Aufenthalt treffen, etwa wenn es um die Frage geht, ob Sie in einem Pflegeheim untergebracht werden sollten.

Gut zu wissen: Viele Banken akzeptieren die Vorsorgevollmacht nicht, sodass die Vertrauensperson keine Bankgeschäfte für Sie erledigen kann. Möchten Sie sie auch dazu bevollmächtigen, ist es sinnvoll, ihr zusätzlich eine Kontovollmacht zu erteilen.

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Die Betreuungsverfügung

In der Betreuungsverfügung legen Sie fest, wer – wenn nötig – vom Gericht als gesetzlicher Betreuer oder Betreuerin bestellt werden soll. Zusätzlich können Sie Ihre Vorstellungen zur Pflege festhalten. Sie können außerdem bestimmen, wo Ihre Betreuungsperson Sie unterbringen soll, wenn der Pflegefall eintritt. Die Maßgaben aus der Verfügung sind für ein Gericht allerdings nicht bindend: Wenn Sie eine Betreuungsperson vorschlagen, prüft das Gericht zuerst, ob diese Person überhaupt geeignet ist. Erst wenn diese Prüfung zu einem positiven Schluss kommt, wird die Person bestellt. Sie darf allerdings nicht frei nach eigenem Ermessen entscheiden, sondern muss in Ihrem Sinne handeln. Damit dies sichergestellt ist, überwacht das Gericht die Betreuung.

Übrigens: Wer Angst hat, dass eine Betreuungsperson bestellt wird, die er auf keinen Fall möchte, kann auch Personen ausschließen.

Sie möchten lieber keine Vorsorgevollmacht erstellen oder sich zusätzlich absichern? Dann ist die Betreuungsverfügung eine gute Lösung.

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Was ist der Unterschied zwischen Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung?

Die Patientenverfügung teilt behandelnden Ärzten verbindlich mit, welche Behandlungsmethoden Sie wünschen und welche Sie ablehnen. Die Vorsorgevollmacht ermöglicht es einer Vertrauensperson, in Ihrem Interesse Entscheidungen in Rechtsgeschäften zu treffen. Sie ist deshalb eine unverzichtbare Ergänzung zur Patientenverfügung: Ärzte können sich so direkt an Ihren gesetzlichen Vertreter oder Ihre Vertreterin wenden. Außerdem kann Ihre Vertrauensperson Sie dank der Vollmacht auch in weiteren Angelegenheiten vertreten.

Während die ersten beiden Dokumente untrennbar miteinander verbunden sind und auf jeden Fall ausgefüllt werden sollten, dient die Betreuungsverfügung mehr als sinnvolle Ergänzung. Sie kommt in einem solchen Fall nur dann zum Einsatz, wenn die Vorsorgevollmacht ungültig sein sollte. Das kann vorkommen, wenn z. B. die bevollmächtigten Personen selbst zum Pflegefall geworden oder aufgrund anderer Umstände verhindert sind.

Eine Vorsorgevollmacht birgt ein gewisses Missbrauchsrisiko, da Sie den Bevollmächtigten mit umfangreichen Befugnissen ausstatten. Gibt es in Ihrem Umfeld keine Person, der Sie uneingeschränkt vertrauen, können Sie statt der Vorsorgevollmacht eine Betreuungsverfügung erstellen. Sollten Sie entscheidungsunfähig werden und das zuständige Gericht eine Betreuung anordnen, berücksichtigt es bei der Wahl Ihres rechtlichen Vertreters die Vorschläge aus Ihrer Betreuungsverfügung. Das Gericht kontrolliert, dass der Betreuer in Ihrem Sinne entscheidet. Sie können in der Verfügung nicht nur einen Betreuer vorschlagen, sondern auch Personen von dieser Aufgabe ausschließen.

Das Wichtigste in Kürze:
  • Die Patientenverfügung hält Ihren eigenen unmittelbaren Willen fest, während Sie mit einer Vollmacht die Entscheidungsbefugnis für den Fall Ihrer Einwilligungsunfähigkeit an eine Vertrauensperson abtreten.
  • Die Betreuungsverfügung ist eine sinnvolle Ergänzung und sichert Sie ab, wenn die genannte Vertrauensperson aus Ihrer Vorsorgevollmacht Ihre Aufgabe nicht antreten kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Patientenverfügung und einer Vorsorgevollmacht?

In der Patientenverfügung legen Sie fest, welche Behandlungen Sie erlauben und welche Sie ablehnen, falls Sie sich selbst nicht mehr äußern können. Damit teilen Sie Ärzten Ihre persönlichen Wünsche mit. In der Patientenverfügung können Sie eine Vertrauensperson angeben, gegenüber der Ärzte auskunftsberechtigt sein sollen. Die Angabe in der Verfügung allein reicht aber nicht aus. Sie benötigen zusätzlich eine Vorsorgevollmacht, in der Sie einer von Ihnen gewählten Vertrauensperson die Erlaubnis erteilen, für Sie Entscheidungen zu treffen.

Was ist besser, Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung?

Grundsätzlich ist die Vorsorgevollmacht vorzuziehen, da ein Betreuer aus der Betreuungsverfügung auch vom Gericht abgelehnt werden kann, während er Sie bei einer Vorsorgevollmacht ohne vorherige Prüfung und mit sofortiger Wirkung vertreten kann. Nichtsdestotrotz ist die Betreuungsverfügung eine sinnvolle Ergänzung, da sie greift, wenn die Bestimmungen der Vorsorgevollmacht nicht umgesetzt werden können. Wer niemanden in seinem Umfeld hat, dem er uneingeschränkt vertraut, kann die Betreuungsverfügung statt der Vorsorgevollmacht erstellen. Das hat den Vorteil, dass Sie niemanden mit umfangreichen Befugnissen Ihr Leben betreffend ausstatten müssen, wenn Sie das nicht möchten.

Wer braucht eine Vorsorgevollmacht?

Jeder, der in einer Patientenverfügung eine Vertrauensperson benannt hat, braucht auch eine Vorsorgevollmacht. Die Vollmacht stellt erst sicher, dass Bevollmächtigte gegenüber Ärzten auskunftsberechtigt ist und Entscheidungen für Sie treffen darf. Selbst, wenn Sie sich gegen das Verfassen einer Patientenverfügung entscheiden, ist eine Vorsorgevollmacht und/oder Betreuungsverfügung sinnvoll. Nur so können Sie beeinflussen, wer Sie im Ernstfall gesetzlich vertritt.

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